Spezialisten für Unfallschadenmanagement
Richtiges Unfallschadenmanagement kann sehr profitabel für Kfz-Betriebe sein. Ein entsprechender Kongress auf der Automechanika widmet sich dem Thema.
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Die Abwicklung von Unfallschäden und die Instandsetzung verunfallter Fahrzeuge hat sich zu einem ganz speziellen Geschäftsfeld entwickelt. Betriebe, die hier profitabel arbeiten wollen, müssen die Schadenkalkulation per EDV und die digitale Kommunikation mit Versicherern genauso beherrschen wie Schadennetzanwendungen und fahrzeugherstellerkonforme Reparaturmethoden. Deshalb sollen sich in Kfz-Betrieben künftig Unfallschadenmanager (USM) als Generalisten mit dem gesamten Spektrum der Unfallschadenabwicklung und -instandsetzung auskennen. Wie die Ausbildung dieser Spezialisten aussehen müsste, hat das Institut Technik und Bildung der Universität Bremen in einem europäischen Projekt unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Georg Spöttl entwickelt. Die Ergebnisse des USM-Projektes stellt das Institut am 19. September auf der Automechanika während des internationalen USM-Kongresses vor, der im Rahmen der Automechanika Academy läuft. Der Eintritt ist für Messebesucher deshalb frei.
Die Unfallschadenmanager (USM)
Das Aufgabenspektrum der Unfallschadenmanager ist durchaus vielfältig: Sie wissen die betroffenen Autofahrer nach einem Unfallschaden richtig anzusprechen und geben Kunden die Sicherheit, dass sie alles bekommen, was ihnen zusteht. Sie haben zudem den Überblick, wann ein Rechtsanwalt und/oder ein Sachverständiger hinzugezogen werden muss. Die Kunden bleiben mobil, und die Werkstatt erhält vom Versicherer über die EDV-Schadenkalkulation einen minutiös geplanten Prozessablauf. Zum Arbeitsbeginn sind die Ersatzteile vorhanden, sodass die Reparaturvorgabezeiten wie geplant eingehalten werden können. Das ist die Basis für ein profitables Arbeiten – insbesondere dann, wenn der Druck auf den Stundenverrechnungssatz ständig steigt.
Und zu guter Letzt sorgt der USM durch ein gezieltes „Pre-Crash-Marketing“ dafür, dass die Auftragslage für den Betrieb auf hohem Niveau bleibt.
Das USM-Projekt
Das Institut Technik und Bildung startete das USM-Projekt mit einer umfangreichen Analyse der Ist-Zustände in sechs Ländern Europas. Beteiligt waren daran Partner in den Niederlanden, Litauen, Spanien, Schweden, Bulgarien und Deutschland. Denn es sollten Länder dabei sein, bei denen ein Unfallschadenmanagement bereits etabliert ist, und Länder, die entweder keine entsprechende Infrastruktur bzw. nur eine schwache USM-Abwicklungsstruktur haben. Ein Ergebnis der Arbeit zeigt, dass es durchaus sinnvoll ist, zusätzlich zur Vermittlung der Kernkompetenzen eine weiterführende Weiterbildung zu kreieren. Letztere sollte alle erforderlichen Kompetenzfelder übergreifend als „ganzheitlichen Ansatz“ berücksichtigen. Als erstrebenswertes Ziel für die Absolventen des Weiterbildungsteils ist längerfristig – neben einem Weiterbildungszertifikat mit europaweiter Anerkennung – ein Bachelor-Abschluss denkbar.
Das weitere Ziel des Projektes ist es, aufzuzeigen, wie innerhalb Europas eine einheitliche USM-Ausbildungsbasis geschaffen werden könnte. Jedes Land soll dabei aufgrund der unterschiedlichen Gegebenheiten seine eigene USM-Aus- und -Weiterbildung festlegen können. Durch eine identische Basis könnte es trotzdem zu einer gegenseitigen europäischen Anerkennung der USM-Ausbildung kommen. Das hätte Vorteile sowohl für Absolventen bei länderübergreifenden Bewerbungen als auch für Kfz-Betriebe bei Bewerbungen aus dem Ausland.
Während des Kongresses am 19.09.2014 wird Spöttl deshalb dazu aufrufen, das aus dem Projekt entstandene Memorandum zu unterzeichnen. Angesprochen sind Verbände und Industriepartner mit eigenen Weiterbildungsaktivitäten.
Der USM-Kongress: Freitag, 19.09.2014, von 10:00 bis circa 14:30 Uhr auf der Automechanika, Portalhaus Ebene 1, Raum Transparenz.
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