Quartalsbilanz Stellantis von US-Arbeitskampf gebremst

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Der französisch-italienische Autobauer hat von den wochenlangen Streiks in Nordamerika deutliche Blessuren davongetragen. Die jüngsten Kennzahlen sind dennoch gut.

(Bild:  Stellantis)
(Bild: Stellantis)

Der Stellantiskonzern mit Sitz in Amsterdam hat die Umsatzbelastung infolge der Streiks in den USA im Vergleich mit der eigentlich geplanten Produktion am Dienstag auf rund 3 Milliarden Euro bis einschließlich Oktober beziffert. Erst am Wochenende hatte Stellantis in den Verhandlungen mit der mächtigen US-Autogewerkschaft UAW einer Gehaltserhöhung von 25 Prozent für die Belegschaft über mehrere Jahre zugestimmt. Zu Wochenbeginn gab es auch eine Einigung in Kanada. Die Stellantis-Aktie legte am Dienstagvormittag allerdings zu, denn der Konzernumsatz stieg im dritten Quartal stärker als erwartet.

Das Papier legte in der Spitzengruppe des Eurozonen-Leitindex Euro-Stoxx 50 in Paris um gut zwei Prozent zu. Der Stellantis-Kurs ist in diesem Jahr bisher um fast ein Drittel gestiegen. Im Branchenindex Stoxx Europe 600 Automobiles & Parts hat in diesem Jahr nur Ferrari mehr Kursplus aufzuweisen. BMW hat knapp fünf Prozent gewonnen, Mercedes fast zehn Prozent eingebüßt.

In Sachen Marge fast bei Mercedes

Volkswagen-Anleger mussten sogar einen Kursverlust von rund 15 Prozent verkraften. Während Wolfsburg zuletzt seine Erwartungen an die Ergebnisentwicklung in diesem Jahr sogar zurechtstutzen musste, verdiente Stellantis im ersten Halbjahr mit über 14 Prozent bereinigter operativer Marge ähnlich gut wie etwa Premiumanbieter Mercedes.

Von Juli bis September steigerte Stellantis die Auslieferungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11 Prozent auf 1,4 Millionen Einheiten. Der Umsatz kletterte um 7 Prozent auf 45,1 Milliarden Euro. Das war mehr als von Analysten erwartet. Konkrete Gewinnkennzahlen veröffentlicht Stellantis nur halbjährlich.

In Nordamerika stabil unterwegs

Im wichtigsten Markt Nordamerika wuchs der Erlös lediglich um gut zwei Prozent, vor allem weil der im Jahresvergleich starke Euro größere Zuwächse aufzehrte. In Europa verkauft Stellantis zwar mehr Volumen als in den USA, Kanada und Mexiko – in Nordamerika macht der Konzern mit teureren Marken und einem höheren Anteil an SUVs und Pickups aber deutlich mehr Umsatz und Gewinn.

Die prozentual stärksten Anstiege verzeichnete Stellantis in Nahost und Afrika. In Asien verkaufte Stellantis im dritten Quartal zusammen mit den dortigen Gemeinschaftsunternehmen nur 37.000 Einheiten.

Vor allem in China spielt der Konzern kaum eine Rolle, Vorstandschef Carlos Tavares will das aber nun ändern: Vergangene Woche gab er den Einstieg beim chinesischen Elektroautobauer Leapmotor bekannt. Für 1,5 Milliarden Euro erhält Stellantis rund 20 Prozent an dem Start-up. Zudem will Stellantis mit Leapmotor auch außerhalb Chinas Elektroautos verkaufen. Starten soll ein entsprechendes neues Gemeinschaftsunternehmen in Europa.

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