Halbjahreszahlen Stellantis verbrennt über zwei Milliarden Euro

Von dpa/jr 3 min Lesedauer

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Der Opel-Mutterkonzern ist in den ersten beiden Quartalen des laufenden Verkaufsjahres tief in die Verlustzone gerutscht. Das hat auch mit den US-Zöllen zu tun.

(Bild:  Stellantis / Simona Alampi)
(Bild: Stellantis / Simona Alampi)

Stellantis hat im ersten Halbjahr tiefrote Zahlen eingefahren. Der Auto-Konzern schrieb nach vorläufigen Zahlen einen Nettoverlust von 2,3 Milliarden Euro, wie er überraschend in Amsterdam mitteilte. Darin enthalten sind auch erste Folgen der US-Zölle. Netto habe man rund 300 Millionen Euro zahlen müssen. Das Unternehmen importierte im vergangenen Jahr über 40 Prozent der 1,2 Millionen Einheiten, die es in den USA verkaufte, hauptsächlich aus Mexiko und Kanada. Bereits im April dieses Jahres hatte der Hersteller erklärt, er habe als Reaktion auf die Zölle die Fahrzeugimporte reduziert und werde „Produktion und Beschäftigung so anpassen, dass die Auswirkungen auf die Rentabilität verringert werden“.

2024 hatte Stellantis noch einen Gewinn von gut 5,6 Milliarden Euro eingestrichen. Dieses Mal zehrten vor allem Sonderkosten über 3,3 Milliarden Euro am Ergebnis. Darin enthalten seien Kosten für die Einstellung von Programmen – darunter die Weiterentwicklung des Wasserstoffantriebs, deren Einstellung kürzlich beschlossen wurde – sowie für Änderungen an seinen Fahrzeugplattformen im Zuge der Anpassung der Zielnachfrage nach Hybridfahrzeugen als auch für den derzeitigen Konzernumbau im Allgemeinen. Zudem schlugen Rückstellungen für Bußgelder im Zusammenhang mit der US-amerikanischen CO2-Emissionsregulierung vor Trump zu Buche.

Auch im Tagesgeschäft lief es deutlich schlechter als noch vor einem Jahr: Der Umsatz sackte von 85 Milliarden Euro ein Jahr zuvor auf nun 74,3 Milliarden Euro ab. Im zweiten Quartal gingen die Verkäufe um 6 Prozent auf 1,4 Millionen Fahrzeuge zurück. Für die erste Jahreshälfte ergibt sich damit ein Minus von 7 Prozent auf knapp 2,7 Millionen Fahrzeuge.

Probleme in Nordamerika

Vor allem im früher so renditestarken Markt Nordamerika ließ das Unternehmen weiter Federn. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis schmolz von 8,5 Milliarden Euro vor einem Jahr auf nur noch 0,5 Milliarden Euro zusammen. Zudem war der Absatz im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ein Viertel eingebrochen.

Seine Jahresprognose hatte Stellantis schon im April zurückgezogen. Bereits seit Längerem kriselt der Vielmarkenkonzern, nicht zuletzt, weil auf dem nordamerikanischen Kontinent die Preise für seine großen SUVs und Trucks unter Druck sind. Das war einer der Auslöser, warum der Stellantis-Aufsichtsrat Ende letzten Jahres die Geduld mit Ex-Chef Carlos Tavares verlor.

Stellantis-CEO Antonio Filosa versprach seinen Mitarbeitern am Montag, dass 2025 für den Hersteller nach einem schwierigen ersten Halbjahr mit zunehmendem externen Gegenwind dennoch ein Jahr schrittweiser und nachhaltiger Verbesserungen sein werde. „Trotz der Schwierigkeiten waren es im Vergleich zur zweiten Jahreshälfte 2024 sechs Monate mit bedeutenden Fortschritten“, sagte er in einem Brief an die Mitarbeiter, aus dem die Nachrichtenagentur Reuters zitierte.

Die Stellantis-Aktie verlor am Montag zuletzt 1,3 Prozent auf 7,80 Euro. Zum Jahresbeginn notierte das Papier noch bei über 13 Euro. Die detaillierten Zahlen für die ersten sechs Monate legt der Hersteller am 29. Juli vor.

Markenmonitor 2025

»kfz-betrieb«-Dossier

Vertriebsnetze – Gute Stimmung, schlechte Stimmung

Der Markenmonitor 2025 beleuchtet, wie zufrieden der Handel mit 28 Marken ist.
(Bildquelle: VCG)

Seat und Cupra sind top, Citroën ist das Schlusslicht im diesjährigen Markenmonitor des Instituts für Automobilwirtschaft (IfA). Nur warum ist das so? Gibt es Entwicklungspotenzial und wie schätzt die Branche die Fabrikate ein? Um Antworten zu geben, hat »kfz-betrieb« die Markenmonitor-Daten durchgesehen, komprimiert und durch Grafiken anschaulich aufbereitet. Dadurch ist ein Kompendium entstanden, das die Gemütslage des Handels in 28 Vertriebsnetzen durchleuchtet und auf den Punkt bringt. Die Ergebnisse finden Abonnenten im Online-Dossier Markenmonitor 2025.

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