Tesla Stellenabbau in Grünheide beginnt

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Durch auslaufende Leiharbeiter-Verträge verringert sich die Zahl der Mitarbeiter im Tesla-Werk Grünheide schon jetzt. Ein Teil des Betriebsrats protestiert. Gleichzeitig soll Firmenchef Elon Musk Aktienoptionen im Wert von 56 Milliarden US-Dollar bekommen.

Tesla verlängert derzeit Hunderte Verträge mit Leiharbeitern nicht mehr.(Bild:  Tesla)
Tesla verlängert derzeit Hunderte Verträge mit Leiharbeitern nicht mehr.
(Bild: Tesla)

Tesla verringert nach der Ankündigung eines weltweiten Stellenabbaus die Zahl der Leiharbeiter in seiner Fabrik in Grünheide bei Berlin. Eine Sprecherin des Unternehmens teilte auf Anfrage am Donnerstag mit: Wir haben 300 Leiharbeiter fristgerecht abgemeldet – es handelt sich um keine Kündigung von Tesla-Mitarbeitern.“

Das Portal „Business Insider“ hatte berichtet, dass der Vertrag von 300 Leiharbeitern nicht verlängert werde. Eine Sprecherin teilte der dpa mit: „Nach unserem Kenntnisstand konnte unser Vertragspartner die Mehrheit dieser abgemeldeten Leiharbeiter bereits bei anderen Kunden in ein neues Beschäftigungsverhältnis überführen.“ Tesla hat bislang mit einer unterschiedlich hohen Zahl von Leiharbeitnehmern im Werk in Grünheide gearbeitet. Im März teilte das Unternehmen mit, man habe bereits mehrere hundert Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter übernommen.

Nach der Ankündigung eines weltweiten Stellenabbaus beim US-Autobauer ist das Ausmaß der Einschnitte für das einzige europäische Tesla-Werk aber noch offen. Tesla-Chef Elon Musk will angesichts der Flaute am Markt für Elektroautos und schwacher Verkäufe weltweit mehr als jede zehnte Stelle im Unternehmen streichen. Von Tesla in Grünheide hieß es dazu bislang, sie prüften diese Maßnahme. Der Betriebsrat werde einbezogen.

Musk will großes Aktienpaket

Die in der IG Metall organisierten Betriebsräte haben inzwischen angekündigt, sich gegen einen Personalabbau stellen zu wollen. „Wie bei allen Kolleginnen und Kollegen weltweit geht auch bei uns im Werk die Angst um“, hieß es am Mittwoch in einer Mitteilung der Gewerkschafter im Tesla-Betriebsrat. Sie forderten das Management auf, den angekündigten Stellenabbau zu stoppen. Vielmehr sollten Beschäftigte in Bereiche mit Personalmangel versetzt oder weiterqualifiziert werden.“

Pikant ist zudem, dass die Führung des Herstellers seine Aktionäre erneut über ein Dutzende Milliarden Dollar schweres Aktienpaket für Firmenchef Elon Musk abstimmen lassen will. Diese Entlohnung des Unternehmensgründers war von einem Gericht gestoppt worden. Die zuständige Richterin hatte in einer Anlegerklage geurteilt, dass Musk bei der Vereinbarung der großzügigen Vergütung im Tesla-Verwaltungsrat zu viel Einfluss im Hintergrund gehabt habe, als dass man von einem fairen Verfahren sprechen könne.

Nach dem Plan von 2018 sollte Musk in zwölf Schritten Aktienoptionen mit einem maximalen Wert von damals bis zu 55,8 Milliarden Dollar (51,46 Mrd. Euro) bekommen, wenn Börsenwert und Geschäftszahlen von Tesla mit bestimmten Mindestwerten wachsen. Tesla räumte nun aber zugleich ein, dass man nicht sicher sei, ob eine erneute Bestätigung des Aktienpakets durch die Aktionäre angesichts des Urteils Bestand haben würde. Mehrere Verwaltungsratsmitglieder sind Musk weiterhin sehr nah.

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