Stop+Go mit neuem Konzept

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Der Volkswagen-Konzern richtet seine Werkstattkette neu aus und will verstärkt Fahrer älterer Fahrzeuge ansprechen. Das neue Konzept soll Vertragspartnern der Konzernmarken zusätzliche Erträge ermöglichen.

Volkswagen richtet seine Werkstattkette Stop+Go neu aus und geht im freien Servicemarkt in die Offensive. Nach einer Pilotphase mit sechs Betrieben in Berlin beginnt nun die deutschlandweite Ausdehnung des Konzepts.

Wie die VW-Tochter am Dienstag anlässlich der Eröffnung ihrer siebten Filiale in der Bundeshauptstadt mitteilte, sollen in jedem der kommenden Jahre 20 neue Filialen und Franchisebetriebe entstehen. Dabei hat Stop+Go Ballungsgebiete und Städte ab 100.000 Einwohner im Fokus.

Die Werkstattkette spricht damit Kunden an, deren Fahrzeuge acht Jahre und älter sind. "Die Pilotphase hat bestätigt, dass wir deutlich Potenzial auf dem freien Servicemarkt schöpfen und Marktanteile gewinnen können", sagte Peter Porbeck, Leiter Service im Volkswagen-Konzern.

Konzern-Vertragspartnern neue Erträge ermöglichen

Das Servicegeschäft der autorisierten Partnerbetriebe soll ergänzt werden, um vor allem Segment-3-Kunden im Konzern zu halten. Doch auch Fahrer fremder Marken will die Werkstattkette ansprechen. In der Pilotphase betrug der Anteil der Fremdfabrikate rund 70 Prozent.

Neue Franchisenehmer sucht Stop+Go in den konzerneigenen Reihen: "Das sind in erster Linie Vertragspartner von VW oder Audi. Diesen wollen wir zusätzliche Erträge ermöglichen", erläuterte Detlef Saemisch, Geschäftsführer der Stop+Go Systemzentrale.

Hard Franchising soll hohe Standards gewährleisten

Neu ist das Konzept des Hard Franchising. Stop+Go selbst übernimmt die Standortauswahl, bevorzugt an stark frequentierten Straßen. Eine Investorengruppe finanziert dann die Immobilie und das Grundstück. Der Betrieb selbst wird nach einer Masterplanung von der Systemzentrale erstellt, den Stop+Go an die Franchisenehmer untervermietet.

Zu den Leistungen der Systemzentrale für die Franchise-Nehmer gehören außerdem das Qualitätsmanagement, das Liefern von Know-how bis hin zu IT-Systemen, technische und kaufmännische Schulungen, betriebswirtschaftliche Beratungen, zentrale Werbung sowie das Koordinieren des Produktprogramms. So sollen die Stop+Go-Betriebe nach einheitlich höchstem Wettbewerbsstandard arbeiten und ihre regionalen Marktpotenziale bestmöglich ausschöpfen können.

Feser-Gruppe übernimmt ersten Franchise-Betrieb

Die derzeitigen Standorte in Berlin sind allesamt konzerneigene Betriebe. Der erste Franchise-Betrieb entsteht in Nürnberg. Franchisenehmer ist die Feser-Gruppe, die im Raum Nürnberg an verschiedenen Standorten die VW-Konzernmarken verkauft. Den 69 bisherigen Stop+Go-Betrieben soll angeboten werden, in das neue System zu wechseln.