Lackierung Streng nach Rezept gemischt
Mit Farbtonmessgeräten kann die Lackierwerkstatt den passende Farbton exakt ermitteln und nach den Angaben genau mischen.
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Das A und O einer guten Reparaturlackierung ist die Bestimmung des richtigen Farbtons. Bei über 45 000 Serienfarbtönen, die weltweit existieren, und zirka 600 neuen Farbtönen, die jährlich hinzukommen, stellt dies den Lackierer vor eine große Herausforderung. Bisher musste die Werkstatt die Farbtoncodierung des Fahrzeugs herausfinden, diese eventuell noch umschlüsseln, den passenden Farbton per Hand oder Maschine anmischen und peu à peu dem gewünschten Farbton angleichen.
Mittlerweile lässt sich diese Arbeit in wenigen Minuten und viel genauer erledigen: Mit einem speziellen Farbtonmessgerät kann der Lackierer Effekt- und Unifarbtöne innerhalb von wenigen Minuten ermitteln. Dazu muss er das Messgerät lediglich auf eine gereinigte und polierte Fläche in unmittelbarer Nähe zum Lackschaden auflegen. Alles andere erledigt das Gerät von selbst. Danach werden die ermittelten Daten auf einen PC übertragen. Anschließend berechnet die Software eine Formel, mit der der Anwender die passende Farbe exakt mischen kann. Die Unternehmen Sikkens und Spies Hecker haben jeweils ein Farbtonmessgerät im Programm.
Große Datenbank
Das Automatichic 3 von Sikkens arbeitet mit einer zentralen Grunddatenbank, in der über 250 000 Mischrezepte abgelegt sind. Jede von dem System und der Software neu erstellte Rezeptur erweitert diese Datenbank. Das Automatichic 3 hat einen Spektralmesskopf mit LED-Technik und verbraucht wenig Energie: Laut Sikkens kann die Werkstatt mit einer Batterieladung über 1 000 Messungen bei konstanter Lichtstärke und Beleuchtung durchführen.
Nach Unternehmensangaben sind Fehlmessungen mit dem Gerät ausgeschlossen, weil die drei Anpresspunkte den Messvorgang erst auslösen, wenn ein auswertbares Ergebnis erzielt werden kann. Außerdem eliminiert die Flyer-Detection-Funktion jede Messung, die nicht in einem bestimmten Farbtonabstand zur vorigen Messung steht, und fordert eine neue Messung. Ein Streulichtring an der Messöffnung verhindert, dass Fremdlicht einfällt. Dies gewährleistet eine hohe Messgenauigkeit und ist vor allem bei der Messung von gekrümmten Oberflächen hilfreich. Da auch die Temperatur des Messobjekts eine wesentliche Rolle für die Genauigkeit der Farbtonermittlung spielt, hat der Messkopf auf der Unterseite einen Temperatursensor. Dieser schließt aus, dass eine zu hohe oder zu niedrige Temperatur der Oberfläche zu einem falschen Ergebnis führt. Das Gerät können Werkstätten von Sikkens mieten oder leasen. Die Konditionen will das Stuttgarter Unternehmen (www.sikkenscr.de) im kommenden Frühjahr bekannt geben.
Software korrigiert
Das Farbtonmessgerät Color-Dialog-Spectro von Spies Hecker (www.spieshecker.de) arbeitet mit der Lacksoftware CR-Plus. Nach dem Messen muss der Nutzer nur noch den Fahrzeughersteller, das Modell und den Farbtoncode ergänzen und kann dann die Daten mithilfe der Software an ein digitales Waagensystem senden. Der Lackierer bedient das Farbtonmessgerät über ein Scrollrad und kann die Funktionen über ein Menü wählen.
Falls das Gerät keine eindeutige Mischformel ermitteln kann, errechnet die Software automatisch eine zur Fahrzeugkarosserie passende Korrekturformel. Der Anwender kann per Mausklick 45 000 Farbtöne abrufen. Er kann auch eine Datenbank mit eigenen Mischformeln anlegen oder gemessene „Rezepte“ abspeichern und verwalten. CR-Plus läuft auf jedem gängigen PC oder Computer-Waagensystem ab Windows 98.
Das Farbtonmessgerät Color-Dialog-Spectro kostet 3 650 Euro und kann auch geleast werden.
Markus Lauer
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