Ifo Geschäftsklimaindex Sturzflug der Stimmung wird nicht von Dauer sein

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Die deutsche Autoindustrie leidet, die schleppende Nachfrage macht die Vorstände nervös. Die Fehler der Vergangenheit machen sich bemerkbar, doch genau darin liegt aus Sicht des Ifo-Instituts auch die Chance.

Viele Autofabriken sind derzeit nicht ausgelastet, die Nachfrage sinkt und mit ihr die Stimmung. Doch das Ifo-Institut sieht auch Chancen.(Bild:  Zebra Technologies)
Viele Autofabriken sind derzeit nicht ausgelastet, die Nachfrage sinkt und mit ihr die Stimmung. Doch das Ifo-Institut sieht auch Chancen.
(Bild: Zebra Technologies)

Trotz Krise und mieser Stimmung in der deutschen Autoindustrie sieht Ifo-Expertin Anita Wölfl Hoffnung. Sie würde die Branche nicht abschreiben, sagt die Wirtschaftsforscherin auch angesichts des jüngst vom Ifo vermeldeten „Sturzflugs“ der Stimmung. „Es ist nicht die erste Krise, durch die die Automobilindustrie durch muss.“ Und es werde auch nicht die letzte sein.

Allerdings sind Ausblick und Stimmung derzeit düster. Den aktuellen Ifo-Geschäftsklimaindex für den August haben ausgesprochen pessimistische Erwartungen in der Branche um 6,2 Punkte auf minus 24,7 Punkte nach unten getrieben. Es war nach einer vorübergehenden leichten Erholung im Frühjahr der vierte Rückgang in Folge. „Die Stimmung in der Autoindustrie ist im Sturzflug“, sagt Ifo-Expertin Anita Wölfl.

Besonders negativ entwickelten sich die Erwartungen an die kommenden sechs Monate. Hier liegt der Indikator mit inzwischen minus 40,5 Punkten besonders tief. Die aktuelle Geschäftslage wurde dagegen nur minimal ungünstiger als vor einem Monat beschrieben, hier liegt der Indikator bei minus 7,2 Punkten. „Die Unternehmen der deutschen Autoindustrie leiden unter einem Mangel an neuen Aufträgen – insbesondere aus dem Ausland“, sagte Wölfl. Dies schlage sich mittlerweile in der Personalplanung nieder – wie die Diskussionen bei Volkswagen ganz akut zeigen.

Anpassungsfähigkeit mehrfach bewiesen

Dennoch schreibt Wölfl die Automobilbranche nicht ab. Die habe sich in der Vergangenheit in Krisen sehr resilient und stark bei Innovationen gezeigt, betont die Ifo-Expertin. Diese Anpassungsfähigkeit habe man beispielsweise im Umgang mit den Lieferkettenschwierigkeiten der vergangenen Jahre oder bei der Entwicklung der Patente zum Elektro-Antriebsstrang gut sehen können.

Grundsätzlich sieht Wölfl diese Resilienz auch bei den Zulieferern. „Mein Eindruck ist, dass die meisten sich relativ gut angepasst haben.“ Dies gelte besonders für diejenigen, die sich darauf eingestellt hätten, dass der Elektromotor kommt. Allerdings sieht Wölfl auch die Schwierigkeiten der Branche: Insgesamt habe die deutsche Autoindustrie bei der Elektromobilität sehr spät reagiert, moniert sie. Zudem habe sie – anders als neue reine Elektro-Anbieter beispielsweise aus China – die Herausforderung mit Doppelstrukturen sowohl Verbrenner als auch Elektroautos zu produzieren.

Dazu kämen angesichts des starken Wettbewerbs auch andere Themen wie geänderte Kundenerwartungen. Im wichtigsten Elektromarkt China sei es sehr viel wichtiger, was ein Auto an Info- und Entertainment zu bieten habe – und da seien die Deutschen noch im Rückstand.

ADAC sieht ersten richtigen Schritt in der E-Autoförderung

Neben diesen strukturellen Problemen leide die Autoindustrie zudem an der allgemeinen weltweiten Konjunkturentwicklung. Das trifft die exportorientierte Branche besonders. Beim jüngst vom Ifo veröffentlichten monatlichen Branchenklima war auch der Indikator für die Exporterwartungen deutlich gesunken und lag mit minus 29,6 Punkten so tief wie schon lange nicht mehr.

Ein richtiger Schritt aus der Misere ist dem ADAC zufolge die geplante Förderung von Dienstwagen mit E-Antrieb. Entsprechende Steuervorteile hatte das Kabinett zuvor auf den Weg gebracht. „Rund zwei Drittel der Pkw-Neuzulassungen hierzulande entfallen auf gewerbliche Halter, die beim Kauf oder Leasing von rein batterieelektrischen Fahrzeugen derzeit noch besonders zurückhaltend sind“, so der ADAC. Steuervorteile kämen den Herstellern zugute, aber auch den Verbrauchern, da die Fahrzeuge nach wenigen Jahren auf dem Gebrauchtmarkt erhältlich seien.

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