Suzuki: Künftig keine Vertriebsverträge mehr für "kleinere Händler"

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Neue Suzuki-Verträge: Grundmarge sinkt, Service-Standards werden angehoben.

"Die Gespräche mit dem Händlerverband sind abgeschlossen," bringt es Peter Verloop, Sprecher der Geschäftsführung der Suzuki International Europe GmbH auf den Punkt. Die Verträge seien unter Dach und Fach. Laut Verloop sollen die Unterlagen in diesen Tagen den Suzuki-Händlern zugehen.

Mit Blick auf die neuen Standards betont Verloop: "Unsere Standards sind nicht als hoch zu bewerten, sondern an der Aufgabenstellung des Handels orientiert und auch im Kundeninteresse angemessen." Die Standards seien ausnahmslos branchentypisch und würden bereits heute von jedem guten Händler erfüllt.

Wie Rechtsanwalt Rüdiger Schütte, Geschäftsführer des Verbandes deutscher Suzuki Automobilhändler e.V. gegenüber »kfz-betrieb« betont, wurde im neuen Händlervertrag die Grundmarge gesenkt, die Werkstattstandards angehoben. Außerdem habe sich Suzuki im Rahmen seines künftig exklusiven Vertriebssystems erweiterte Sondervertriebsrechte vorbehalten. Danach sei der Importeur berechtigt, unmittelbar oder mittelbar durch Dritte, besonders andere Automobilhändler, im Vertragsgebiet Neufahrzeuge ohne Zustimmung des Händlers zu verkaufen. Schütte: "Es bleibt abzuwarten, inwieweit Suzuki davon Gebrauch machen wird."Überdies hat sich der Importeur laut Schütte weitere, unter bestimmten Umständen auch fristlose Kündigungsmöglichkeiten bei Nichteinhalten von Kernstandards, wie Jahresvorausplanung, Lagerfahrzeuge oder Verkaufsförderung, einräumen lassen. Auch wolle Suzuki nicht mehr mit "bisherigen Vertragshändlern mit kleinen Stückzahlen" im Rahmen eines Vertriebsvertrages zusammenarbeiten. Diese Händler hätten jedoch die Möglichkeit einen Werkstattvertrag abzuschließen, sofern die Standards erfüllt werden. Insgesamt wird nach Überzeugung des Verbandes ein wirtschaftliches Überleben der Händler künftig nur "im gegenseitigen Miteinander" möglich sein. Das hängt laut Schütte wesentlich davon ab, inwieweit sich der Importeur bei Faktoren, wie der Verfügbarkeit der Modelle, entsprechenden Verkaufsprogrammen sowie in Sachen Unterstützung bei der Inzahlungnahme von Gebrauchtwagen "beweglich zeigt".

Das Suzuki Händlernetz mit seinen derzeit 400 Partnern soll um weitere 150 Händler ergänzt werden. Laut Verloop soll die Komplettierung des Netzes bis 2005/2006 abgeschlossen sein. Der Suzuki-Chef: "Bevorzugt werden Händler, die exklusiv nur Suzuki vertreten." Allerdings, so der Sprecher der Geschäftsführung: "Der Mehrmarkenvertrieb wird nicht ausgeschlossen." In Europa hat sich Verloop mittelfristig 320.000 Neuzulassungen und damit Platz drei unter den japanischen Herstellern auf die Fahnen geschrieben. Für Deutschland sind 50.000 Zulassungen im Jahr 2006 geplant.

Am 1. August wurde die Suzuki Auto GmbH Deutschland in Oberschleißheim und die Suzuki Motor GmbH in Bensheim an der Bergestraße unter dem Dach der Suzuki International Europe GmbH mit Sitz in Bensheim verschmolzen. Der Umzug nach Bensheim soll im Oktober abgeschlossen sein. Allerdings werden nicht alle Mitarbeiter mitgehen. So werden Vertriebschef Hans Eitler und Pressechef Jörg Schneider das Unternehmen verlassen. Die Nachfolger sollen Anfang September bekannt gegeben werden.

Isabella Finsterwalder-Reinecke