Tesla Redwood-Baureihe könnte aus Grünheide kommen

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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Tesla-Chef Elon Musk ist zu einem Spontanbesuch ins Werk Grünheide gekommen. Nach dem Brandanschlag und Protesten gegen eine Erweiterung bekannte er sich zu dem Werk. Dort könnten künftig weitere Modelle entstehen.

Die Produktion von Tesla in Grünheide ist wieder angelaufen.(Bild:  Grimm – VCG)
Die Produktion von Tesla in Grünheide ist wieder angelaufen.
(Bild: Grimm – VCG)

Tesla-Chef Elon Musk hat die Produktion weiterer Modelle in Grünheide bei Berlin in Aussicht gestellt. So werde das für die nächsten Jahre geplante günstigere Elektroauto „definitiv langfristig nach Berlin“ kommen, sagte Musk dem „Handelsblatt“ zufolge bei seinem überraschenden Besuch der brandenburgischen Fabrik am Mittwoch. Die kommende Baureihe läuft bislang unter dem Projektnamen „Redwood“.

Die Fertigung des Kompaktwagens soll nach aktueller Planung im zweiten Halbjahr 2025 allerdings zunächst im texanischen Austin beginnen. Auch wäre es nach seiner Sicht sinnvoll, den Elektro-Sattelschlepper Tesla Semi in Berlin zu bauen, sagte Musk. Dieser wird bisher nur in den USA produziert. Tesla will die Produktion in Grünheide langfristig von geplanten 500.000 Autos im Jahr auf eine Million erhöhen, zuletzt waren es hochgerechnet 300.000 Autos im Jahr. In Grünheide arbeiten laut Unternehmen rund 12.500 Beschäftigte.

Musk war nach dem jüngsten Anschlag auf die Stromversorgung nach Grünheide gekommen. Bei seinem Auftritt schürte Musk dem Bericht zufolge auch Verschwörungstheorien. Da Tesla mit den Elektrofahrzeugen helfe, gegen den Klimawandel anzukämpfen, sei ein Anschlag im Namen des Umweltschutzes so albern, „dass ich mich frage: Waren hier größere Kräfte am Werk? Sind sie nur Marionetten und jemand anderes steht hinter ihnen?“, sagte Musk.

Generell verdeutlichte Musk, dass er trotz des Anschlags auf die Stromversorgung und anhaltender Proteste an den Ausbauplänen für sein Werk in Grünheide festhält. „Sie können uns nicht stoppen!“, rief er der Belegschaft zu und bekannte sich unmissverständlich zum Standort. Der Ausbau der Anlage sei weiter geplant. „Ich glaube, das ist ein toller Ort“, sagte der Firmengründer.

Musk habe mit seiner Rede Mut machen wollen, betonte Betriebsratschefin Michaela Schmitz im Anschluss. „Er war sehr froh, dass niemand verletzt wurde bei dem Anschlag und hat die Mitarbeiter natürlich auch ermutigt, nach vorn zu schauen und dass wir uns nicht unterkriegen lassen sollen", schilderte sie den Auftritt des Tesla-Chefs in einem Zelt auf dem Werksgelände.

Produktion ist frühzeitig wieder angelaufen

Das Werk Grünheide selbst produziert nach dem Anschlag auf die Stromversorgung inzwischen wieder. Früher als erwartet konnte bereits am Mittwochvormittag (13. März) die Frühschicht wieder starten. „Mit der Frühschicht sind wir wieder die volle Belegschaft und produzieren auch wieder“, teilte eine Konzernsprecherin auf Anfrage mit. Auch die Vorsitzende des Betriebsrates, Michaela Schmitz, bestätigte im RBB 24 Inforadio, dass „die Maschinen kontrolliert und sicher hochgefahren“ wurden.

In der Vorwoche (Dienstag, 5. März) hatten Unbekannte durch einen Brandanschlag auf einen Strommast die Energieversorgung unterbrochen, die Produktion in der Gigafactory lag dadurch gut eine Woche lang still. Seit Montag ist das Werk in Brandenburg wieder am Netz. Allerdings war sich die Werkleitung unsicher, wie lange das Hochfahren der Produktion dauern würde.

Unweit des Autowerks geht der Protest gegen Tesla weiter; Umweltaktivisten auf Baumhäusern halten seit Ende Februar ein Waldstück besetzt. Die Initiative „Tesla stoppen“ will dessen Rodung im Zuge einer Erweiterung des Tesla-Geländes verhindern. Die Initiative gab an, mit dem Anschlag nichts zu tun gehabt zu haben. Bekannt hatte sich dazu die „Vulkangruppe“. Bei einer Bürgerbefragung in Grünheide hatte eine Mehrheit die Erweiterungspläne von Tesla für einen Güterbahnhof und Logistikflächen abgelehnt.

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