„Tesla wird weiterhin stark wachsen“

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Reicht Ihr eigenes Netz aus, um pro Jahr bis zu 10.000 Neufahrzeuge zu verkaufen, oder benötigen Sie doch die Zusammenarbeit mit Händlern?

Momentan ist das nicht geplant, und es würde auch der Philosophie widersprechen, die wir in anderen Märkten verfolgen. Wir sind zügig dabei, unsere Niederlassungen auszubauen. Bis Ende des Jahres sollen in Deutschland fünf weitere hinzukommen und wir werden auch weiterhin stark wachsen.

Tesla S: Sportlicher Siebensitzer

Wie läuft das Gebrauchtwagengeschäft bei Tesla? Kaufen Sie selbst Fahrzeuge an?

Nein, das machen wir momentan nicht, da der Gebrauchtwagenmarkt für das Model S aber auch noch nicht wirklich existiert Das Thema Gebrauchtwagen wird aber auf uns zukommen, wenn die Sixt-Leasingfahrzeuge wieder auf den Markt kommen oder unsere ersten Kunden ihre Fahrzeuge weiterverkaufen. Das heißt, ab Ende des Jahres wird sich ein Gebrauchtmarkt für das Model S entwickeln, und wir werden auch selbst versuchen, diesen Markt zu bearbeiten – aber natürlich ist im Falle von Sixt-Leasing, Sixt Eigentümer der Fahrzeuge und damit der erste Wiedervermarkter.

Wie schätzen Sie die Restwertentwicklung ein? Wirkt sich das Thema Batteriealterung darauf aus?

Wir beobachten, dass die Restwerte des Roadster-Modells sehr hoch sind und sich sogar noch steigern. Unserer Meinung nach wird der Wertverlust eines Elektroautos deutlich geringer sein als beim Auto mit Verbrennungsmotor. Das ist auch logisch angesichts des geringeren Verschleißes. Natürlich muss der Markt das erst einmal lernen. In Amerika haben wir sogar die Situation, dass Jahreswagen aufgrund der Knappheit bei 95 oder 100 Prozent Restwert liegen. Und nicht zuletzt zeigt die Zusammenarbeit mit Sixt-Leasing, dass ein Finanzierungsdienstleister bereit ist, dieses Risiko einzugehen. Das ist ein wichtiges Zeichen für den Markt.

Tesla arbeitet an einem eigenen Supercharger-Netz, das ein Laden in nur 30 Minuten möglich macht. Wie soll der Netzausbau weitergehen?

Derzeit ist die Strecke von München nach Amsterdam abgedeckt. Noch im Sommer dieses Jahres werden wir Metropolen wie Berlin, Hamburg und Köln und die dazwischen liegenden Autobahnen mit Ladestationen ausstatten. Ende 2014 soll dann ein flächendeckendes Netz mit höchstens 200 Kilometern Abstand zwischen den Stationen bestehen.

Wie hoch sind die Investitionskosten? Ist es angedacht, die Supercharger auch für andere Marken zu öffnen?

Konkrete Summen dazu kann ich nicht nennen. Nicht unerhebliche Kosten verursacht schon die Planungsphase – wir brauchen beispielsweise Genehmigungen vom Bauamt und vom Netzbetreiber aufgrund der hohen Leistungsentnahme unserer Supercharger. Es ist aber ein Teil der Gesamtstrategie für unsere Kunden, dass sie den Strom dort kostenfrei beziehen können. Allerdings können wir uns vorstellen, das Netzwerk für Fahrzeuge anderer Marken zu öffnen.

Zuletzt machte Tesla wegen diverser Fahrzeugbrände von sich reden. Wie sicher sind die Autos nun wirklich?

Grundsätzlich können wir sagen, dass die Fallzahlen unter dem statistischen Mittel für Fahrzeugbrände liegen. Das Model S ist also in dieser Hinsicht das sicherere Fahrzeug. Natürlich haben wir ein neues Produkt, eine neue Technologie, und so fokussiert sich die Aufmerksamkeit sehr stark auf uns. Aber faktisch haben wir im Schnitt weniger Brandfälle als andere Premiummarken mit Verbrennungsmotoren.

Außerdem gibt es Berichte über schrumpfende Batteriekapazität bei Kälte.

Das Phänomen resultiert aus der Physik. Wir können ja abschätzen, wie stark die Energieabgabe der Batterie bei sinkenden Temperaturen abnimmt, und das kommunizieren wir auch offen. In jedem Tesla-Store gibt es eine Vergleichstafel, auf der die Außentemperatur und die daraus resultierende Reichweite angegeben werden. Unsere Kunden können damit umgehen – nicht zuletzt zeigen das die Erfahrungen in Norwegen. Zudem versuchen wir die Anzahl unserer Schnellladestationen zu erhöhen, um auch hier Sicherheit für alle Fälle zu gewährleisten.

Vor kurzem wurden Pläne für eine Batteriefabrik bekannt, die die Akkus als Massenware herstellen soll. Will Tesla in das Volumensegment einsteigen?

Die dritte Fahrzeuggeneration ist bereits geplant. Nach dem Model S und dem Model X wollen wir in den Massenmarkt, in das Segment des 3er BMW. Das wird natürlich noch etwas dauern. Wir tätigen die Investition in die neue Batteriefabrik auch, um die vertikale Integration in der Wertschöpfung weiter zu stärken und uns langfristig als Marktführer für Premium-E-Fahrzeuge weltweit zu positionieren. Wir wollen und müssen unseren technischen Vorsprung halten und ausbauen. Entscheidend dafür ist der beste Zugang zur Schlüsselressource Batterie.

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