Tiefgreifender Wandel der Autobranche

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Trend zu Elektro- und Hybridantrieb

Elektroautos gewinnen der Studie zufolge weltweit an Relevanz: Zwar würden Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor auch im Jahr 2025 immer noch für gut die Hälfte des Umsatzes in der Automobilbranche sorgen. Laut Prognose werden bis dahin aber immerhin bereits gut zehn Prozent des Neufahrzeugabsatzes auf Elektroautos entfallen, weitere 40 Prozent auf Hybridfahrzeuge. „Der steigende Anteil elektrischer Antriebe wird die aktuelle Wertschöpfungskette des Mobilitätssektors nicht nur für Erstausrüster und Zulieferer, sondern auch für Stromversorger und Drittanbieter verändern“, sagt Berger-Partner Wolfgang Bernhart.

Doch auch die Möglichkeit, als Fahrer immer online zu sein und portable Endgeräte mit dem Steuerungssystem des Autos zu verbinden, zähle zu den künftigen Erfolgsfaktoren: „Konnektivität spielt für die jüngere Generation eine immer wichtigere Rolle - always online, always connected. Dies wird zu einem Zusammenrücken von Automobil- und IT-Industrie führen“, so Bernhart weiter

Neue Partner und „glocale“ Strukturen

All diese Veränderungen erfordern nach Meinung der Experten eine Anpassung des Geschäftsmodells der Automobilindustrie: „Die Automotive-Branche wird vielfältige Partnerschaften mit Unternehmen aus anderen Bereichen eingehen. Hierdurch erhält sie Zugang zu neuen Technologien und Kunden und sichert sich zugleich Skaleneffekte“, sagt Marcus Hoffman, Principal bei Roland Berger. Bei diesen neuen Geschäftsmodellen werde es nicht allein um Fragen des Vertriebs und des Produktsortiments gehen, sondern ebenso um die verstärkte Integration von Hard- und Software in den Fahrzeugen.

Um ein größeres Wachstum und einen leichteren Zugang zu den Ressourcen zu erreichen, müssten sich Unternehmen der Automobilbranche zunehmend „glocal“ strukturieren. Unter dem Motto „think global, act local“ gehe es dabei um den Anspruch globaler Reichweite einerseits und die Ausrichtung des Produktangebots an lokalen Bedürfnisse andererseits.

Drei Szenarien für die Zukunft

Aus den erwarteten Megatrends in der Automotive-Branche haben die Autoren der Studie drei Szenarien für das Jahr 2025 hergeleitet:

  • Das Hightech-Szenario prognostiziert eine starke Entwicklung des Autos in Richtung Konnektivität: Eine permanente Verbindung mit dem Internet und eine personalisierte IT-Schnittstelle ermöglichen dem Fahrer, zahlreiche zusätzliche Funktionen zu nutzen und mehr Komfort beim Fahren zu erreichen.
  • Das Sparszenario sieht eine Welt voraus, in der die Kaufkraft der Kunden aufgrund des Steuerdrucks, der steigenden Inflation sowie des geringen Einkommenswachstums stark beeinträchtigt ist. Autos sind weniger erschwinglich und die Ausgaben für Fahrzeuge konkurrieren mit weiteren wichtigen Ausgaben.
  • Das Nachhaltigkeitsszenario beschreibt eine Welt, in der das Verbraucherverhalten stark durch Vorschriften, Gesetze und Steuern, aber auch durch Bewertungen über umweltfreundliche Automodelle beeinflusst wird.

Unabhängig davon, welches Szenario tatsächlich eintreffen werde, müssten die Hersteller in den kommenden Jahren offen und flexibel bleiben. „Die Unternehmen müssen sich jetzt den Chancen und Herausforderungen stellen, damit sie ihre Zukunft profitabel gestalten können“, sagt Bernhart.

Im Rahmen der Studie hat Roland Berger zusammen mit der Personalberatung Amrop über 60 hochrangige Vertreter der Automobilindustrie und der mit ihr verbundenen Organisationen befragt.

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