Mindestens genauso wichtig sind aber die vielen praktischen Details, die das Leben an Bord leichter machen sollen. Allein die Türen haben mehr Staufächer als mancher Einbauschrank. Weil die große Heckklappe in engen Parkplätzen bisweilen stört, kann man die hintere Scheibe auch separat öffnen. Es gibt im Fond wie im Flugzeug Klapptische an den Rücklehnen der Vordersitze. Und damit man auch die Lümmel in der letzten Bank im Blick hat, prangt vor dem Rückspiegel noch ein zweiter Innenspiegel.
Beim Fahren allerdings kann auch der vornehmste Verso seine Herkunft aus der Arbeiterklasse nicht verhehlen. Sein Diesel knurrt deshalb ein bisschen lauter als in einem zivilen Van oder einem Geländewagen, der Wind rauscht etwas wilder um die Karosserie und das Fahrwerk federt nicht ganz so feinfühlig.
Außerdem ist ein bisschen Geduld gefragt, wenn man den Wagen fordert – selbst das 150 PS-Triebwerk mit seinen 370 Nm hat seine liebe Mühe mit dem großen Brocken und man möchte sich gar nicht vorstellen, wie schwer er sich mit dem vollgeladenen Auto tut. 11 Sekunden von 0 auf Tempo 100 und bei Vollgas 170 Sachen – zum Eilfrachter taugt der Verso nicht.
Umso wohler fühlt sich der Wagen dagegen bei gehobener Richtgeschwindigkeit auf der mittleren Spur. Zumindest, bis der Tank leer ist – was bei einem Normverbrauch von 5,3 Litern eine Weile dauern kann. Vielleicht, so beginnt man zu überlegen, ist der Verso doch mehr Langstreckenauto als Lieferwagen und damit ein veritabler Van?
Gemessen an der Nutzfahrzeugvariante jedenfalls ist der Verso nobler und bietet auf Wunsch deutlich mehr Ausstattung. Aber spätestens wenn es um den Lastentransport geht, gibt es bei Toyota ausgleichende Gerechtigkeit. Denn wer in der Pkw-Version ordentlich einladen will, muss erst einmal die Stühle ausbauen - und braucht dafür fast so viele Muskeln wie der Paketbote im Kastenwagen.
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