Toyota sucht geeignete Nachfolger
Generationenmanagement heißt ein neues Projekt, mit dem Toyota seinen Händlern bei der Suche nach einem geeigenten Nachfolger hilft.
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Nein, wirklich ernsthaft darüber nachgedacht, wie es mit seinem Unternehmen einmal weitergehen könnte, hat der 65-jährige Toyota-Händler Karl-Heinz Dietz nicht. Auch einen Notfallplan gibt es nicht. Er steht damit nicht allein da: Ungeklärte Nachfolgeregelungen sind bei deutschen Mittelständlern an der Tagesordnung.
Bei Toyota brauchen etwa 100 bis 120 Betriebe in den kommenden fünf Jahren einen Nachfolger. Sie vermarkten jährlich mehr als 20.000 Einheiten. Grund genug für den Importeur, seine Partner bei der Nachfolgesuche zu unterstützen. „Gerade in Krisenzeiten ist der Blick nach vorn wichtig. Für uns heißt das: Wir müssen unser Netz sichern“, begründet Matthias Jun, Leiter Händlerqualität und -entwicklung, das Engagement.
Die Chemie muss stimmen
„Generationenmanagement“ heißt das Projekt, das der Importeur im Jahr 2007 gestartet hat. Als Partner hat Toyota nach einem sehr intensiven Auswahlverfahren zwei Unternehmen ausgewählt: die TMS Unternehmensberatung aus Köln und das Berater-Netzwerk Automotive (BNA) aus Hirschhaid. Die Händler können selbst entscheiden, mit welchem der beiden Unternehmen sie zusammenarbeiten wollen. „Das ist uns wichtig, denn es geht bei dem Thema um sehr persönliche Dinge. Da muss die Chemie stimmen“, erläutert Projektleiter Matthias Jun.
Das Autohaus Dietz im brandenburgischen Wildau gehört zu den ersten Händlern, die das Angebot ihres Importeurs für ein professionelles Generationenmanagement nutzen. Über ein halbes Jahr haben sie als einer von zwei Pilothändlern mit TMS zusammengearbeitet. Dabei ging es um Themen wie Altersversorgung, Finanzierung, Ehe- und Erbrecht, Steuern, Strategie und einen möglichen Nachfolger.
Langfristiger Plan für die Nachfolge
Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist ein Plan, der über zehn Jahre reicht. In dieser Zeit tritt die 52-jährige Ehefrau Ellen Dietz in die Geschäftsführung ein, führt die Geschäfte dann eine Zeit lang allein, später gemeinsam mit dem Sohn Martin, der dann im Jahr 2018 die Nachfolge übernimmt.
Dieses Ergebnis war vor dem Projektstart nicht absehbar. Martin Dietz wusste nämlich lange Zeit nicht, in welche Richtung seine berufliche Entwicklung einmal gehen könnte. Jetzt macht er eine Ausbildung bei einem Toyota-Händlerkollegen und hat Freude daran. Danach will er Betriebswirtschaft studieren.
Neben dieser prinzipiellen Entscheidung werden die Unternehmer für ihren Betrieb eine zweite Führungsebene heranbilden. Groß genug dafür ist das Autohaus mit seiner Filiale und den sechs angeschlossenen Partnerbetrieben schon längst.
Das Unternehmerpaar Dietz ist nicht nur froh darüber, dass die Zukunft ihres Unternehmens jetzt geklärt ist. Sie sehen auch Vorteile für die Gegenwart. Denn ihre Bank hat, nachdem Karl-Heinz Dietz 65 geworden ist, das Rating für das Autohaus heruntergesetzt. „Unser Nachfolgekonzept hat die Bank jedoch beeindruckt. Es eröffnet uns wieder bessere Bedingungen“, erzählt der Unternehmer nicht ohne Stolz.
Toyota geht davon aus, dass bis zum Jahr 2012 etwa 50 Händler das Konzept nutzen werden. Es enthält keine starren Standards, da Nachfolge immer sehr individuelle Lösungen verlangt.
Für Karl-Heinz Dietz und seine Ehefrau Ellen ist die passende Lösung gefunden. Dank des Konzepts von Toyota sehen sie jetzt klar, wie es mit ihrem Lebenswerk weitergeht. Elvira Minack
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