Reifenprüfstand TÜV Süd prüft Abrieb jetzt im Labor

Von Malika Matkarimova 1 min Lesedauer

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Mit Blick auf die kommenden Euro-7-Vorgaben prüft TÜV Süd den Reifenverschleiß jetzt unter Laborbedingungen. Ein neuer Prüfstand soll helfen, Abriebwerte kontrolliert zu erfassen und Fahrversuche auf der Straße zu reduzieren.

Offizielle Inbetriebnahme des Tread Wear Testers durch (v.l.) Walter Reithmaier, CEO, Klaus Baltruschat, Strategic Account Manager, und Patrick van Welij, CFO, alle TÜV Süd Product Service GmbH.(Bild:  TÜV Süd)
Offizielle Inbetriebnahme des Tread Wear Testers durch (v.l.) Walter Reithmaier, CEO, Klaus Baltruschat, Strategic Account Manager, und Patrick van Welij, CFO, alle TÜV Süd Product Service GmbH.
(Bild: TÜV Süd)

Anstelle von Tests auf echten Straßen simuliert der sogenannte Tread Wear Tester laut Prüfspezialist den Verschleiß von Pkw-Reifen unter kontrollierten Laborbedingungen. Die Prüfanlage wurde beim Open Lab Day am 14. Mai 2025 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Mit dem System lassen sich nach Angaben des Anbieters realitätsnahe Abriebtests unter reproduzierbaren Bedingungen durchführen. Ziel ist es, Testprozesse zu beschleunigen und gleichzeitig den Aufwand für Fahrzeugflotten und Prototypen zu reduzieren. Der von ZF Test Systems entwickelte Prüfstand arbeitet mit einer drei Meter großen Trommel und soll Fahrmodi mit Geschwindigkeiten bis zu 140 km/h auf künstlichen Fahrbahnbelägen oder 200 km/h auf Standardoberflächen erlauben. Dabei können verschiedene Straßenoberflächen simuliert werden, etwa mit Asphalt- oder Sandpapierbelägen. Mit einer Lasteinwirkung bis zu 2,5 Tonnen und einem Schräglaufwinkel bis zu plus/minus zehn Grad sind auch Kurvenfahrten realistisch nachbildbar.

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Neben standardisierten Tests nach UN ECE R117 Annex 10 unterstützt der Prüfanlage auch kundenspezifische Nachfahrprofile. Perspektivisch soll das System um die Möglichkeit erweitert werden, Reifen- und Straßenabriebpartikel (TRWP) direkt im Labor zu erzeugen und zu messen – ein Aspekt, der insbesondere im Hinblick auf künftige Umweltregulierungen im Rahmen der Euro-7-Norm an Bedeutung gewinnt.

Die Einrichtung ist Teil der Strategie „Road 2 Rig“, die auf eine Verlagerung von Straßentests in den Prüfstand abzielt, um Entwicklungsprozesse effizienter und umweltfreundlicher zu gestalten. Die Investitionssumme liegt laut TÜV Süd im siebenstelligen Bereich.

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