Überblick: Die wichtigsten Infos zum autonomen Fahren

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Marktaussichten und -prognosen

Die Absatzprognosen sind – da viele Faktoren zu berücksichtigen sind – sehr unterschiedlich. Konsens ist hingegen, dass das autonome Fahren ab 2030 für viele Fahrzeugnutzer zum Alltag gehören wird. Der Informationsdienst IHS Markit erwartet für 2035 einen weltweiten Absatz von rund 6,5 Millionen Autos mit Level 4 und von knapp 4,5 Millionen vollautomatisierten Level-5-Fahrzeugen.

Nach allgemeiner Einschätzung wird sich das autonome Fahren zunächst in definierten Märkten einsetzen. Den Anfang machen Robo-Taxis und Kleinbusse mit festen Haltepunkten oder in festen Bezirken. In Deutschland fährt ein teilautomatisierter Shuttle im bayrischen Bad Birnbach.

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Auf dem Universitätsgelände von Singapur ist bereits seit 2016 ein solches „Robotaxi“ im Einsatz. Volkswagen plant, ab 2021 in zwei bis fünf Städten Taxi-Services mit dem VW Sedric anzubieten. Waymo, Uber und andere treiben ähnliche Projekte in den USA und Asien voran.

Neben autonomen Taxis und Kleinbussen wird es – als dritte Fahrzeugkategorie – im Premiumsegment auch „autonomisierte“ Mehrzweckfahrzeuge geben.

Wie verändert sich Mobilität durch autonomes Fahren?

Nach Einschätzung von Experten werden sich mit den autonomen Fahrzeugen auch neue Arten der Mobilität durchsetzen. Hierfür gibt es schon praktische Beispiele zum Beispiel in Phoenix/USA, wo die Google-Tochter Waymo für Dezember 2018 den Start einer Flotte von autonomen Taxis angekündigt hat. Dasselbe plant Volkswagen mit dem Shuttle-Dienst „Moia“ für Hamburg und weitere Städte – zunächst noch mit Fahrern.

Damit treten nicht nur neue Teilnehmer wie Waymo und Uber in den Markt der Automobilindustrie ein. Es setzen sich auch neue Geschäftsmodelle durch, die das klassische Modell (Autokauf durch den Fahrer) ablösen könnten. Hier besteht eine enge Verbindung zu einem weiteren „Megatrend“ in der Branche: der Sharing Economy.

Sozialer und gesamtwirtschaftlicher Nutzen

Autonomes Fahren bringt den Passagieren vor allem in Städten mit hoher Verkehrsbelastung signifikante Zeitvorteile, weil sie die Zeit im Auto zum Beispiel für Büroarbeit nutzen können. Zudem erhöht sich die Aufnahmekapazität der Straßen um ein Mehrfaches.

Darüber hinaus können auch Personengruppen am Individualverkehr teilnehmen, die nicht selbst fahren können (alte und kranke Menschen). Und die deutlich sinkenden Unfallzahlen reduzieren die (erheblichen) sozialen Kosten zum Beispiel durch Arbeitsausfall, Krankenhausaufenthalt etc. Darüber hinaus verstetigt sich der Verkehr vor allem in den Innenstädten. Das hat verringerten Energieverbrauch und entsprechend geringere Emissionen zur Folge.

Fazit und offene Fragen

Zusammenfassend lässt sich festhalten: Das autonome Fahren wird nicht nur die Fahrzeugtechnik verändern, sondern auch die Funktionen des Autos und die Mobilität insgesamt. Es werden neue Geschäftsmodelle entstehen und neue Wettbewerber (Technologiekonzerne, Mobilitätsdienstleister, Netzanbieter…) in den Automobilmarkt eintreten.

Zu den offenen Themen gehören die Bezahlmodelle. Welche Gebühren werden für die Nutzung der Datennetze (Car-to-Car-, Car-to-x-Kommunikation) erhoben? Wer bietet diese Dienste an: der Autohersteller oder der Netzbetreiber? Ebenso offen ist die Frage, wem die Daten gehören (und wer sie kommerzialisiert), die das autonome Fahrzeug generiert und die zum Beispiel an nachfolgende Fahrzeuge weitergegeben werden: dem Autohersteller, dem Hersteller des Assistenzsystems, dem Dienstleister oder dem Netzbetreiber? Allein diese beiden Fragen zeigen, dass das autonome Fahren auch auf der Ebene der Geschäftsmodelle echte Disruptionen hervorrufen kann.

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