Volkswagen US-Politik verhindert Audi-Werk in den USA

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Investierende Unternehmen benötigen Planungssicherheit und Wirtschaftlichkeit. Beides sieht VW-Konzernchef Oliver Blume in den USA derzeit kritisch. Ein neues Audi-Werk hängt damit in der Luft. 

Audi will eigentlich ein Werk in den USA bauen – doch die Rahmenbedingungen passen nicht.(Bild:  Audi)
Audi will eigentlich ein Werk in den USA bauen – doch die Rahmenbedingungen passen nicht.
(Bild: Audi)

Lange schon denkt Volkswagen darüber nach, ein Werk seiner Marke Audi in den USA zu bauen. Doch derzeit sind die Zweifel groß. Bauen könne Volkswagen erst, wenn Präsident Donald Trump die Belastung durch Zölle senkt. Das machte in einem Interview mit dem „Handelsblatt“ der Chef des Volkswagen-Konzerns, Oliver Blume, deutlich.

„Bei einer unveränderten Belastung durch die Zölle ist eine große zusätzliche Investition nicht finanzierbar“, antworte Blume auf eine entsprechende Frage. „Was wir brauchen, sind kurzfristige Kostenentlastungen und langfristige verlässliche Rahmenbedingungen.“

Audi denkt seit 2023 über den Bau eines Werks in den USA nach. Als Grund wurden seinerzeit neue Subventionen in den Vereinigten Staaten genannt, die den Bau eines Werks wirtschaftlich interessant machten. Inzwischen setzt aber die US-Regierung unter Trump europäische Autobauer mit Zöllen unter Druck. Den VW-Konzern belastete das in den ersten neun Monaten 2025 mit und 2,1 Milliarden Euro, wie Blume sagte.

Der Konzernchef sprach dennoch von einer „Vorwärtsstrategie“ für das US-Geschäft und deutlichen Wachstumschancen. Das einst formulierte Ziel von zehn Prozent Marktanteil in den USA nannte Blume aber ein altes Ziel. Heute müsse Volkswagen Schritt für Schritt vorangehen.

Gespräche mit der US-Regierung laufen

Zum Bau eines Audi-Werks habe es einige Gespräche mit der Regierung in Washington gegeben, etwa mit Präsident Trump und seinem Handelsminister Howard Lutnick – aber noch ohne die benötigten Ergebnisse. „Wer investiert, Arbeitsplätze und Wertschöfpung schafft, der muss auch Vorteile auf der Kostenseite haben“, forderte Blume. „Wir bleiben offen für Lösungen, von denen beide Seiten profitieren.“

Das Zögern von Volkswagen passt zu Erkenntnissen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zur Investitionsentwicklung. Demnach verschreckt die erratische und protektionistische Wirtschaftspolitik der US-Regierung die Investoren. Das unsichere Umfeld inklusive politischer Krisen mache Deutschland wieder für Investitionen attraktiv, heißt es vom IW. Ausländische Unternehmen haben 2025 laut der Analyse erstmals seit Langem hierzulande wieder mehr Geld investiert als deutsche Unternehmen im Ausland.

Wettbewerbsvorteil für Deutschland

„Rechtssicherheit und Kalkulierbarkeit werden im globalen Wettbewerb zum Standortvorteil für Deutschland“, sagte Jürgen Matthes, Handelsexperte des IW. Außerdem bleibe Deutschland auch als Forschungsstandort hochattraktiv.

Die Experten des arbeitgebernahen Instituts gehen davon aus, dass sich die ausländischen Direktinvestitionen in Deutschland von 43 Milliarden Euro 2024 auf 96 Milliarden Euro im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt haben. Deutsche Unternehmen hätten unterdessen eine unterdurchschnittliche Summe im Ausland investiert: 86 Milliarden Euro. Basis der Schätzung seien Zahlen der Deutschen Bundesbank für die ersten elf Monate 2025.

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