UV-Schutz für Kältemittel R1234yf
BG Products bietet ein Diagnosegerät speziell für das neue Kältemittel „R1234yf“ an. Ein UV-undurchlässiges Glas soll das tageslichtempfindliche Mittel während der Diagnose vor Schäden bewahren.
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BG Products hat ein Klimaanlagen-Diagnosegerät auf den Markt gebracht, das schonend mit dem Kältemittel HFO 1234yf umgehen soll. Denn laut einer BG-Mitteilung reagiert die Chemikalie empfindlich gegenüber UV-Strahlung. Damit sich das Mittel nicht während der Prüfung zersetzt, verwendet das Diagnosegerät AC 600 Y nach BG-Angaben ein eigens entwickeltes UV-undurchlässiges Glas.
Das Kältemittel HFO 1234yf ist inzwischen marktrelevant, in zahlreichen Fahrzeugen ist es im Einsatz. Bei der Diagnose der Klimaanlage muss die Werkstatt durch ein Glas des Diagnosegerätes beobachten, in welchem Zustand sich das Mittel in der Anlage befindet. Dabei kann das Kältemittel durch UV-Strahlen geschädigt werden.
Laut BG Products zersetzt es sich unter UV-Einwirkung und wird flockig. In diesem Zustand ist es für den Klimaanlagen-Kreislauf nicht mehr nutzbar. Sind Ausflockungen durch UV-Licht entstanden, muss die Werkstatt das System aufwändig spülen, da die Ausflockungen zu erheblichen Störungen bis hin zum Totalausfall der Klimaanlage führen können.
Das Klima-Diagnosegerät AC 600 Y ist laut Anbieter mit allen Fahrzeugen kompatibel. Es ist ab sofort für 350 Euro (ohne Mehrwertsteuer) erhältlich.
Kritik an der BG-Darstellung
Verwundert über den UV-Schutz als Verkaufsargument äußerte sich der Hersteller des Kältemittels, Honeywell. In einem Schreiben an die Redaktion stellte das Unternehmen mit Verweis auf wissenschaftliche Studien klar, „dass UV-Strahlung nur geringfügige Auswirkungen auf das Kältemittel HFO 1234yf hat.“
Aus den Studien werde deutlich, dass sich HFO 1234yf unter gleichen Bedingungen ähnlich verhält wie das Vorgängermittel R 134a. Honeywell sieht es als wissenschaftlich belegt an, dass UV-Strahlung während der Wartungsarbeiten an der Klimaanlage keine Zersetzung der beiden Kältemittel verursachen kann. Entsprechend bestehe keine Notwendigkeit, HFO 1234yf während dieses Vorgangs vor UV Strahlung zu schützen.
Anmerkung der Redaktion: Die Reaktion von Honeywell erfolgte einige Tage nach Veröffentlichung des Artikels. Der Beitrag wurde daraufhin ergänzt.
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