Vater Staat als Gebrauchtwagen-Verkäufer
Polizeipräsidien in Augsburg und Regensburg schwören auf den Absatzkanal Internet. Deutlich höhere Erlöse dank eBay.
Die bayerische Polizei verkauft ausrangierte Dienstwagen im Internet. Beim Internetauktionshaus "eBay" erzielten die betagten Autos deutlich bessere Preise als bei herkömmlichen Versteigerungen, so dass die Polizeipräsidien Augsburg und Regensburg sich vor knapp vier Jahren zum Online-Verkauf entschieden.
Die beamteten Anbieter sind bei ihren Kunden äußerst beliebt. Schließlich werden alle etwaigen Mängel der Fahrzeuge detailliert aufgelistet. Denn es wäre wohl zu peinlich, wenn sich ausgerechnet die Polizei als unseriöser Gebrauchtwagen-Verkäufer entpuppte.
Die Bewertungen des Users "Polizeischwaben" fallen entsprechend positiv aus: "Super Polizei, so macht eBay Spaß!" freut sich ein erfolgreicher Käufer über die reibungslose Transaktion, ein "Saupreuße" verteilt "ein großes Lob an die bayrische Polizei".
Nur einer von mehr als 100 Einsatzwagen-Erwerbern ist nicht ganz zufrieden: "Motorschaden verschwiegen und nicht zugeben!! Nie wieder!!" heißt es in seiner Bewertung, aber Polizeischwaben ist sich keiner Schuld bewusst: "Richtigstellung: kein Motorschaden, sondern Verschleiß entsprechend 241.900 km Laufleistung".
Vielleicht hatte der enttäuschte Kunde in Wirklichkeit auch nur gehofft, mit der Ersteigerung eines Polizeiautos en passant günstig in den Besitz eines Blaulichts und einer Einsatz-Sirene zu kommen. Daraus wird nämlich grundsätzlich nichts: "Zum Zeitpunkt der Abgabe sind polizeispezifische An- und Einbauten entfernt", heißt es im Angebot.
Zu erreichen sind die polizeilichen Auto-Auktionen www.polizei.bayern.de . Derzeit werden bei eBay drei VW-Transporter und zwei Audi 80 (Foto) versteigert.