Jahrespressekonferenz 2024 VDA-Präsidentin bemängelt Passivität der Ampelkoalition

Quelle: ampnet 2 min Lesedauer

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Hildegard Müller, Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), hat auf der Jahresauftakt-Konferenz des Verbands einen Paradigmenwechsel in der Politik eingefordert. Die habe die gestalterische Kompetenz verloren.

VDA-Präsidentin Hildegard Müller fordert von der Politik wieder eine aktive, gestaltende Rolle – und weniger Bürokratie.(Bild:  Peter Himsel/VDA)
VDA-Präsidentin Hildegard Müller fordert von der Politik wieder eine aktive, gestaltende Rolle – und weniger Bürokratie.
(Bild: Peter Himsel/VDA)

Auf der Jahrespressekonferenz des Verbands der Automobilindustrie (VDA) verzichtete dessen Präsidentin Hildegard Müller auf die sonst übliche diplomatische Wortwahl und sprach Klartext: „Wir müssen Zuversicht durch strategische Weitsicht erzeugen. Das Prinzip Krise und die damit verbundene Dauerselbstbeschäftigung müssen enden. Es braucht jetzt Reformen statt Regulierung – und weniger Mikromanagement.“

Durch den Dauerkrisenmodus der letzten Jahre bewege sich die Politik zu sehr in defensivem und reagierendem Verhalten – und offenbart damit zwei eklatante Mängel, meint Müller. „Die Ampel schafft es nicht, selbstbestimmte und vorausschauende Handlungsfähigkeit zu entwickeln. Noch weniger schafft sie es, den Eindruck zu vermitteln, eine Strategie und ein klares Zielbild zu haben. Überregulierung und Bürokratie lähmen Wachstum und Innovationskraft. Das führt zu einem zunehmenden Vertrauensverlust – bei Industrie und Bevölkerung.“

„Mut zu Reformen“

Müllers Forderung: Agieren statt reagieren. „Mut zu Reformen – hin zu einer Strategie, die Orientierung gibt und die Kernaufgaben wieder in den Mittelpunkt stellt.“ Dazu gehöre vor allem – so Müller –, den Standort wieder international wettbewerbsfähig aufzustellen, Handels- und Rohstoffabkommen sowie Energiepartnerschaften abzuschließen, die Entbürokratisierung voranzutreiben und durch Technologieoffenheit Innovationskraft zu erzeugen.

Müller gibt sich selbstbewusst: „Ich will, dass dieses Land wieder zum Motor Europas wird, dass wir die Innovationen und Technologien entwickeln und exportieren, die weltweit klimaneutrales Wachstum ermöglichen. Das Problem: Das, was dafür von zentraler Bedeutung ist, ist zu unserer größten Schwachstelle geworden. Ein wettbewerbsfähiger, attraktiver, weltweit begehrter Standort ist die Grundlage für Wachstum und Wohlstand.“

Deswegen fordert die VDA-Präsidentin einen Paradigmenwechsel: „Wir brauchen eine moderne Mischung aus marktorientierter Wirtschaftspolitik und gestaltender Industriepolitik – gerade mit Blick auf internationale Entwicklungen. Gleichzeitig gilt: Symptombekämpfung statt langfristiger strategischer Behebung der Ursachen mangelnder Wettbewerbsfähigkeit ist keine langfristige Transformationsstrategie.“

Investitionen in Forschung und Entwicklung

Im Vergleich zum Vorjahr rechnet der VDA beim Absatz von BEVs mit einem Rückgang um 14 Prozent auf 451.000 Einheiten (zum Vergrößern bitte Bild klicken).(Grafik: ampnet/Quelle VDA)
Im Vergleich zum Vorjahr rechnet der VDA beim Absatz von BEVs mit einem Rückgang um 14 Prozent auf 451.000 Einheiten (zum Vergrößern bitte Bild klicken).
(Grafik: ampnet/Quelle VDA)

Müller erklärt weiter: „Die deutschen Autokonzerne wie auch der automobile Mittelstand stehen für Pioniergeist, Qualität, herausragende Marken und jahrzehntelange Erfahrungen und Erfolge. Wir werden alles dafür tun, damit das so bleibt, und tätigen dazu immense Investitionen.“ Von 2024 bis 2028 werden die Hersteller und Zulieferer der deutschen Automobilindustrie weltweit rund 280 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung investieren.

VDA-Chefvolkswirt Dr. Manuel Kallweit gab im Rahmen der Pressekonferenz die wichtigsten Prognosen des VDA für das Jahr 2024 bekannt. Demnach rechnet der Verband für den deutschen Markt mit einem Rückgang von einem Prozent auf 2,8 Millionen Einheiten. Das ist etwa ein Viertel weniger als im Vorkrisenjahr 2019. Dabei geht er von einem niedrigeren Absatz von Elektro-Pkw aus (–9 % auf 635.000 Einheiten). Während der Absatz von Plug-in-Hybriden (PHEV) um fünf Prozent auf 185.000 Einheiten steigen dürfte, geht der Verband bei den rein batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) von einem Rückgang von 14 Prozent auf 451.000 Einheiten aus.

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