Verkehrspolitik in der Hauptstadt Weniger Tempo 30 in Berlin

Von Holger Zietz 2 min Lesedauer

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Weil der Einsatz von E-Bussen in Berlin die Luft besser werden ließ, soll an 34 Hauptstraßen das Tempo 30 zurückgenommen werden. Das war nur ein Thema auf dem verkehrspolitischen Abend der Kfz-Innung Berlin.

Obermeister Thomas Lundt (l.) mit Berlins Senatorin Manja Schreiner und Anselm Lotz,  Vorstandsmitglied der Innung Berlin(Bild:  Zietz - VCG)
Obermeister Thomas Lundt (l.) mit Berlins Senatorin Manja Schreiner und Anselm Lotz, Vorstandsmitglied der Innung Berlin
(Bild: Zietz - VCG)

Das Thema Verkehr stand im Mittelpunkt des verkehrspolitischen Abends der Kfz-Innung Berlin am Dienstagabend (5. März) im Saal der Handwerkskammer. Rund 100 Teilnehmer aus Wirtschaft und Verbänden waren eingeladen, darunter Vertreter des ADAC, der Mittelstandsvereinigungen, der Überwachungsorganisationen, der Landesverkehrswacht, Innungsvertreter anderer Gewerke sowie ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn.

Die Verkehrspolitik in der Bundeshauptstadt gilt seit Jahren als ein kontroverses Thema. Insbesondere das Baustellenmanagement in der Verkehrsinfrastruktur sorgt immer wieder für Ärger. Senatorin Manja Schreiner (CDU) wartete zunächst mit einer positiven Nachricht auf: Das Tempolimit von 30 Stundenkilometern soll auf 34 Berliner Hauptstraßen aufgehoben werden. Dies geschehe, weil sich die Luftqualität in der Hauptstadt deutlich verbessert habe.

Besonders auffällig seien die verbesserten Luftwerte an Orten, an denen Elektrobusse eingesetzt würden, so Schreiner. Die 34 Hauptstraßen würden aktuell noch hinsichtlich der Verkehrssicherheit überprüft. Sollten dort keine Unfallschwerpunkte, Krankenhäuser, Kindergärten oder Altenheime vorhanden sein, könnte wieder Tempo 50 erlaubt werden. Dann werde es laut der Senatorin innerhalb von Berlin nur noch sieben Hauptstraßen mit Tempo 30 geben.

Senatorin Schreiner betonte, dass funktionierende Hauptverkehrsadern notwendig seien, um den Durchgangsverkehr aus Wohngebieten fernzuhalten. Kfz-Obermeister Thomas Lundt begrüßte diese Entscheidung und plädierte für ein besseres Miteinander aller Verkehrsteilnehmer. In Berlin solle die Verkehrspolitik niemanden ausschließen, sondern eine ideologiefreie Politik des Zusammenlebens sein, sagte er.

Die Senatorin informierte zudem über den großen Sanierungsbedarf der Infrastruktur in der Hauptstadt. Allein 75 Prozent der Brücken in Berlin seien sanierungsbedürftig. Dafür benötigte die Stadt in den kommenden zehn Jahren mindestens eine Milliarde Euro.

Parallel dazu möchte sie die Ladeinfrastruktur für die Elektromobilität ausbauen. Rund 62.000 Elektrofahrzeuge seien in Berlin registriert. Die positiven Erfahrungen zur Luftreinheit ermutigten dazu, diese Flotte zu erweitern. „Ich strebe ein harmonisches Miteinander im Straßenverkehr an“, betonte die Senatorin, aber sie sei auch realistisch. Sie sei ebenfalls dafür angetreten, um den Individualverkehr in Berlin zu reduzieren, räumte sie ein. Dabei wolle sie jedoch die Lebenswirklichkeit der Menschen berücksichtigen.

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