Umgang mit kriminellen Mitarbeitern Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Von Harald Czycholl 5 min Lesedauer

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Diebstahl, Betrug und Untreue: Kriminelle Mitarbeiter sind eine unterschätzte Gefahr in Unternehmen. Die Schäden sind immens, die Täter bleiben oft über Jahre unentdeckt. Für Betriebe gilt daher der Grundsatz, dass man gar nicht vorsichtig genug sein kann.

Die eigenen Mitarbeiter zu überwachen kann hilfreich sein, wenn auffällig viel Büromaterial oder Ersatzteile verschwinden.(Bild:  Kadmy - adobe.stock.com)
Die eigenen Mitarbeiter zu überwachen kann hilfreich sein, wenn auffällig viel Büromaterial oder Ersatzteile verschwinden.
(Bild: Kadmy - adobe.stock.com)

Irgendwann war der Inhaber der Kfz-Werkstatt misstrauisch geworden: Ständig ging Werkzeug verloren, und immer wieder kamen angeblich Ersatzteillieferungen nicht an – und zwar immer dann, wenn gerade ein bestimmter Mitarbeiter Schicht hatte. Der war schon seit vier Jahren im Betrieb und galt als fleißig und zuverlässig. Trotzdem wandte sich der Chef an die LB Detektei aus Esslingen. Die Detektive observierten die Werkstatt – und beobachteten eines Abends den verdächtigen Mitarbeiter dabei, wie er zwei große Taschen aus der Werkstatt trug und in sein Auto verlud.

„Daraufhin entschloss sich der Besitzer der Werkstatt, eine versteckte Überwachungskamera zu installieren“, berichtet Sven Lungershausen, Geschäftsführer der LB Detektei. Wenige Tage später filmte die Kamera den Mitarbeiter dabei, wie er Werkzeuge und kostspielige elektronische Autoersatzteile in zwei schwarzen Taschen verstaute und diese zu seinem Auto brachte. Die Detektive folgten dem Fahrzeug bis zu einer anderen Autowerkstatt, wo der Mann das Diebesgut auslud. „Unsere Mitarbeiter informierten sich über die andere Werkstatt und fanden heraus, dass diese dem Bruder des Verdächtigen gehörte“, so Lungershausen. Nachdem die Detektive das gesammelte Beweismaterial an ihren Auftraggeber übergeben hatten, kündigte dieser seinem Mitarbeiter fristlos und erstattete Anzeige wegen Diebstahl.