Volvo Lkw-Händler kämpfen um ihre Rechte
Die Lkw-Händler der Brummi-Marke Volvo laufen Sturm gegen vorliegende Verträge. Kritisiert wird vor allem, dass sich der Hersteller in den Bereichen Ersatzteile, Service, Verkauf ein Direktvertriebsrecht einräumen wolle.
Nicht einverstanden mit den von der Volvo Trucks (Deutschland) GmbH, Dietzenbach-Steinberg, vorgelegten Vertragsentwürfen ist der Verband der Volvo Lkw Vertragspartner Deutschland e.V. Kritisiert wird allen voran, dass sich der Hersteller in den Bereichen Ersatzteile, Service, Vertriebsrecht ein Direktvertriebsrecht einräumen wolle. Auch sei es nicht akzeptabel, dass das herstellereigene EDV System Global Dealer System Bestandteil der neuen Verträge sei.
Der deutsche Händlerverband hat den Hersteller bereits im Rahmen zweier Resolutionen wissen lassen, dass die Händler die vorliegenden Verträge nicht unterschreiben werden. Zudem hat der Verband Volvo Trucks mitgeteilt, dass die EU Kommission mit der Prüfung der geplanten massiven Verschlechterung der Garantievergütungen beauftragt werden soll. Auf beide Schreiben hat der Verband bis dato keine Antwort erhalten.
Ein Dorn im Auge ist den deutschen Volvo Lkw Händlern auch das derzeitige Margensystem. Angesichts der derzeitigen Situation erwägen mehrere Volvo Trucks Händler keinen neuen Vertrag mehr abzuschließen und gemäß § 89 HGB Ausgleichsanspruch einzufordern. Ein weiterer Teil der Händler denkt über einen Servicevertrag nach. Aktuell wird die Gründung eines europäischen Händlerverbandes erwogen.
Derzeit gibt es im Händlernetz von Volvo Trucks (Deutschland) 17 freie Händler, die die Hälfte des Marktes abdecken. Die anderen 50 Prozent liegen in der Hand der Volvo Trucks Niederlassungen, inklusive der Bilia Handelsgruppe, die Volvo aktuell zu 100 Prozent übernommen hat.