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Vor 30 Jahren – bunte Vielfalt und ein Opel Omega

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Zwei echte Fans des „B“

Omega-Besitzer Andreas Schütte aus Solingen bewegt seinen Omega B Facelift täglich als Geschäftswagen: „Für meine Selbstständigkeit suchte ich einen adäquaten, großen Opel für die Langstrecke. Ich mag Sechszylindermotoren und Hubraum statt Spoiler. Und eine zuverlässiges und komfortables Auto mit viel Platz schätze ich ebenso. Genau das bietet mir mein Omega bis heute. Er lässt sich auch heute noch im Alltag problemlos bewegen.“ Um seinen „B“ zu finden, durchforstete Schütte einschlägige Plattformen. „In Foren und Facebook-Gruppen musste ich schlimme Geschichten über die Baureihe und den Motor lesen. Heute sage ich: Ein Teil davon stimmt, der X30XE-Motor hat seine Schwachstellen. Aber ich sage: Ein erkannter Feind ist kein Feind. Im September 2023 fand ich meinen B2-Omega 3,0 V6 Executive mit Beinahe-Vollausstattung. Baujahr 1999, rostfrei aus zweiter Hand mit 88.000 Kilometern Laufleistung. Neuer Zahnriemen, frischer TÜV. Das Fahrzeug wurde 23 Jahre lang von einer älteren Dame gefahren und war ein echter Garagenwagen.“

Und das spricht aus Andreas Schüttes Sicht für den Omega B:

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  • ansprechendes Design mit hohem Wiedererkennungswert
  • großer Kofferraum
  • hochwertige Lederausstattung, Sitze elektrisch verstellbar, Einparkhilfe, Xenonlicht
  • wunderbar sanft schaltende Automatik – „GM hat eben die besten Automatikgetriebe!“
  • Reichlich Power ermöglicht entspanntes Fahren.

Die bekannten Probleme des Motors sind:

  • Defekte Wasserpumpen – Tipp: Alle 60.000 Kilometer zusammen mit dem Zahnriemen ersetzen und nur grüne Kühlflüssigkeit verwenden, da die rote den Ölkühler zersetzt. Dieser sitzt zwischen den Zylinderbänken und erfordert es, die komplette Einspritzanlage zu zerlegen.
  • Der rechte Krümmer hat Verzug und dichtet erst, wenn der Motor warmgelaufen ist – da hilft nur ein spannungsarm geglühter Ersatzkrümmer (das Krümmerproblem wurde erst mit dem 2,6/3,2 L V6 in Form von Edelstahlkrümmern gelöst).
  • Heizregelventil häufig undicht – Tipp: regelmäßig beobachten und bei Bedarf wechseln.

Die Ersatzteilversorgung (speziell Ölkühler) ist leider eher schlecht. Etliche Opel-Werkstätten können einem hier kaum noch helfen, trauen sich an den Motor nicht heran bzw. besitzen heute nicht mal mehr das Spezialwerkzeug für den Zahnriemenwechsel – oder es fehlt an Erfahrung und Muße. Mit anderen Worten: Es kann teuer werden. Der Preis für einen neuen Ölkühler bewegt sich zwischen 700 und 1.200 Euro. Der Einbau kostet circa 800 Euro und für den Zahnriemenwechsel nach 60.000 Kilometern oder alle vier Jahre sind 1.000 Euro zu veranschlagen. Der Wechsel der Wasserpumpe kostet rund die Hälfte.

„Also eine gute Werkstatt suchen oder selbst instand setzen. Und die Rostvorsorge beachten!“, gibt Omega-Eigner Schütte Interessierten mit auf den Weg. Und was den Benzinverbrauch angeht, der oft diskutiert wird, ergänzt er: „Ich fahre meinen Opel mit rund elf Litern auf 100 Kilometern. Bei Tacho 100 bis 120 km/h sind acht Liter möglich.“

Automobiles Understatement wirkt

Und auch Udo Feck will seinen Omega B nicht mehr hergeben, der mittlerweile zur Familie gehört: „Noch nie habe ich ein Fahrzeug so lange und mit einer solch hohen Laufleistung gefahren.“ 2011 suchte er aufgrund eines beruflichen Wechsels ein neuen Wagen. Dabei fiel seine Wahl zwangsläufig auf den Omega B, denn Feck stellte folgende Ansprüche an seinen neuen:

  • langstreckentauglich
  • sparsam (als Diesel)
  • Heckantrieb
  • Partikelfilter nachrüstbar
  • Limousine

2011 war das Angebot an gebrauchten Omega B als 2.2 DTI noch einigermaßen groß. Ende 2023 gab es nur noch 110 zugelassene Limousinen. „Unseren Omega habe ich mit 109.000 Kilometern gekauft und seitdem hat er für mich und meine Familie über 210.000 Kilometer treu seinen Dienst geleistet. 2016 war die Lichtmaschine, 2019 der Kurbelwellensensor und einmal war der Auspuff fällig. Da bot sich die Umrüstung auf einen Partikelfilter an. Ansonsten nur Verschleißteile“, resümiert Udo Feck. Bei ruhiger Fahrweise erzielt er auf Langstrecken locker Verbrauchswerte unter sechs Litern Diesel. „Dazu noch Klimaautomatik, Tempomat, riesiger Kofferraum mit klappbarer Rückbank – was will man mehr?“

Neben den regelmäßigen Wartungen hat Feck vor allem auf einen Rostschutz geachtet. 2013 ließ er seinen Omega in der Korrosionsklinik erstmals und vor Kurzem ein weiteres Mal behandeln. Alles in allem ist dieser ein sehr komfortables Langstreckenfahrzeug, welches immer noch modern aussieht. „Und noch was“, fügt der Omega-Besitzer hinzu, „bei Freunden kommt mein automobiles Understatement gut an. Wenn ich gefragt werde, warum ich immer noch den alten Opel fahre, dann antworte ich selbstbewusst ‚Auf meinen Opel kann ich mich verlassen!'“

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