VW bündelt Ersatzteilgeschäft
Um den Großhandel in die eigene Hand zu bekommen, wurden die neun bislang gesellschaftsrechtlich und operativ eigenständigen Vertriebszentren zusammengeführt.
Volkswagen bündelt den Vertrieb seines Ersatzteilgeschäfts. Um den Großhandel in die eigene Hand zu bekommen, wurden die neun bislang gesellschaftsrechtlich und operativ eigenständigen nationalen Vertriebszentren in einem Unternehmen zusammengeführt. Wie man am Sitz der Firmenzentrale in Baunatal (bei Kassel) bekannt gab, sei dazu bereits zum 1. Oktober 2003 die Volkswagen Original Teile Logistik GmbH & Co. KG ("OTLG") gegründet worden. Mit 51,8 Prozent der Anteile verfügt die Volkswagen AG über die Mehrheit, der Rest ist im Besitz der rund 60 freien Gesellschafter der bisherigen Vertriebszentren.
Die Geschäftsführung liegt in den Händen von Axel Schulte-Huermann, zuletzt für das Original Teile Geschäft von Skoda zuständig, und Hans-Jürgen Dillmann, bislang Geschäftsführer des Vertriebszentrums Rhein-Main. Die OTLG verfügt über 3.600 Mitarbeiter und erzielt einen Außenumsatz von mehr als 2 Mrd. Euro.
Von Nordhessen aus – die Zentrale ist in Räumlichkeiten des Original Teile Center (OTC) untergebracht – wird nun die Ersatzteilversorgung der rund 2.800 VW- und Audi-Händler in Deutschland gesteuert. Ziel ist eine deutliche Effizienzsteigerung, wie Rodolfo Bürgi, Leiter Vertrieb Original Teile und Sprecher des OTLG-Aufsichtsrates, erläuterte. Dazu gehöre auf der einen Seite eine Kostenoptimierung und auf der anderen Seite eine Verbesserung der Kundenzufriedenheit.
Durch die Optimierung der logistischen Strukturen soll der Servicegrad bis 2006 von derzeit etwa 97 Prozent auf über 98 Prozent gesteigert werden, versprach Bürgi. D.h., fast alle bis 18 Uhr bestellten Original Teile sollen am nächsten Tag beim Händler sein. Teile, die bis 10:30 Uhr bestellt werden, sollen gar schon bis 15:30 Uhr am gleichen Tag den Händler erreichen. Hierfür peilt Bürgi bis 2006 flächendeckend eine Quote von 96 Prozent an. Im gleichen Zeitraum würden die Anforderungen an die Logistik steigen, denn die Zahl der unterschiedlichen Positionen steige durch die Modellvielfalt von derzeit 320.000 auf rund 400.000. Mit Seat und Skoda erhöhe sich diese Zahl sogar auf 440.000.
Auch die Anzahl der zu versorgenden Händler werde steigen, beispielsweise durch die Gruppenfreistellungsverordnung. Bürgi berichtete von 800 Autorisierungsanträgen, die bereits vorlägen. Zwischen 500 und 700 qualifizierte Partner könnten auf diesem Wege neu hinzukommen. Laut Dillmann sollen in diesem Jahr auch Seat und Skoda von der OTLG versorgt werden. Dadurch rechnet der Geschäftsführer mit insgesamt rund 4.000 Servicepartnern bis Ende 2004.
Wie zu hören war, soll die OTLG in eine europäisches Gesamtkonzept eingebunden werden. Bereits jetzt gebe es Gespräche, um den Vertrieb auch in Nachbarländer Deutschlands, wie Dänemark oder die Beneluxstaaten, zu übernehmen.