VW Golf TGI Blue Motion: Voll auf Gas

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Im Fahrbetrieb unterscheidet sich dieser Golf nicht von der Benzinversion, rollt allerdings im Erdgasbetrieb auf einem angenehm niedrigen Drehzahlniveau. Für einen schnellen Zwischenspurt reicht es bei Bedarf aber immer ganz locker. Wenn die beiden Erdgastanks leer gefahren sind, wechselt die Steuertechnik vom Fahrer unbemerkt auf konventionellen Benzinbetrieb. Im Gegensatz zu den Benzin- und Diesel-Versionen mit flexiblen Wartungsintervallen muss der Golf TGI nach jeweils 15.000 Kilometern zur Inspektion in die Werkstatt.

In einem neu entwickelten Tankklappenmodul verbirgt sich der neben dem Benzineinfüllstutzen integrierte Erdgasanschluss. Anders als Autogas-Fahrzeuge benötigt der Pilot zum Tanken hier keine Adapter. Und zum Glück sind auch jene Zeiten vorbei, als sich die Erdgastankstellen auf irgendwelchen Bauhöfen versteckten. Den Weg zur nächsten Gastankstelle erleichtert im Golf eine eigene Einstellung im Navigationsmenü. Allerdings ist der deutsche noch weit vom italienischen Markt entfernt, wo zum Beispiel der Ergas-Eco-Up einen Anteil von 50 Prozent (in Deutschland immerhin zehn Prozent) erreicht und insgesamt eine halbe Million Erdgas-Fahrzeuge unterwegs sind. In Deutschland fahren nur rund 100.000 Erdgas-Pkw.

Im Gegensatz zu LPG (Liquified Petroleum Gas) oder Autogas, das als Abfallprodukt bei der Erdöl- und Erdgasförderung anfällt und überwiegend abgefackelt wird, lässt sich die Energie für den Golf TGI regenerativ etwa aus Abfällen oder Gülle produzieren und als Biogas tanken. Von den knapp 1.000 Erdgastankstellen bieten heute schon 180 Stationen hochwertiges Biogas an. In Schweden zum Beispiel wird ausschließlich Biogas angeboten, und in der Schweiz liegt der Anteil bei 50 Prozent. Wie Autogas wird auch Erdgas mit einer reduzierten Mineralölsteuer belastet. Diese Förderung soll laut den Übereinkünften der Großen Koalition nun auch über 2018 hinaus gewährt werden.

Während bei anderen Herstellern Erdgas-Modelle höchstens eine Nebenrolle spielen, baut Volkswagen das Angebot an Fahrzeugen mit diesem Energieträger weiter aus und bietet in den wichtigsten Segmenten entsprechende Varianten an. Die Palette reicht aktuell vom kleinen Eco Up über Caddy und Touran bis hin zum Passat. Der Golf TGI kommt im Januar zu den Händlern. Im Frühjahr folgt die Kombi-Version Variant und neben Volkswagen wird auch Seat im kommenden Jahr (Leon und Leon ST) diese Technik anbieten. Audi bringt im Laufe des Jahres den A3 Sportback g-tron. Nur bei Skoda ist noch keine Entscheidung über einen Erdgas-Octavia gefallen.

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