VW und Allianz verstärken Zusammenarbeit

Redakteur: Vera Scheid

Die VW-Finanztochter und die Allianz wollen die VW Autoversicherung AG gründen – die soll künftig eigene Kfz-Policen für Kunden der Konzernmarken anbieten.

VW Financial Services und die Allianz intensivieren ihre Zusammenarbeit: Frank Witter, Vorstandsvorsitzender der VW Financial Services AG, und Karsten Crede, Vorstand der Allianz Global Automotive.
VW Financial Services und die Allianz intensivieren ihre Zusammenarbeit: Frank Witter, Vorstandsvorsitzender der VW Financial Services AG, und Karsten Crede, Vorstand der Allianz Global Automotive.
(Foto: Scheid)

Volkswagen Financial Services und die Allianz bauen ihre langjährige Zusammenarbeit im Bereich der Kfz-Versicherungen aus: Hierzu wollen sie zum 1. Januar 2013 ein Joint Venture gründen, an dem VW 51 Prozent der Anteile und 49 Prozent der Stimmrechte halten soll. Wie die beiden Partner am Mittwoch in Frankfurt mitteilten, soll die Volkswagen Autoversicherung AG ab dem 1. April eigene Kfz-Policen anbieten. Noch fehlt aber die Zustimmung der Behörden. In das Unternehmen haben beide Partner nach Angaben von Frank Witter, Vorstandsvorsitzender der VW Financial Services, insgesamt rund 400 Millionen Euro investiert.

Mit dem Joint Venture wollen beide Unternehmen noch mehr Kunden gewinnen: Ziel ist es laut Witter, den Marktanteil im Kfz-Versicherungsgeschäft in Deutschland in den nächsten fünf Jahren auf mehr als 40 Prozent zu verdoppeln. In den kommenden drei bis fünf Jahren soll der Bestand der Policen von 720.000 auf rund 1,2 Millionen zulegen. „Durch den konsequenten Ausbau der jeweiligen Kernkompetenzen unserer beiden Unternehmen werden wir effizienter und können einen Mehrwert für unsere Kunden erreichen“, sagte Karsten Crede, Vorstand der Allianz Global Automotive.

Privatkunden im Fokus

Im Fokus stehen vorerst die Privatkunden: „Wir wollen möglichst viele Autos ab Kauf mit einer Kfz-Versicherung ausstatten und dem Kunden alles aus einer Hand anbieten können: das Auto, die Finanzierung und die Versicherung“, so Crede. Um die Beratung in den Autohäusern zu verbessern, werden die Autoverkäufer geschult und gegebenenfalls von Mitarbeitern der Allianz unterstützt.

Die Versicherungsprodukte seien in Zusammenarbeit mit den Autohäusern erarbeitet worden, um den Verkäufern ein einfach gestaltetes Produkt zur Kundenbindung an die Hand geben zu können. Künftig können zu einer Grundversicherung drei Module aus den Bereichen Ersatzmobilität, Tierschäden und Werterhalt optional hinzugebucht werden.

VVD bleibt Vermittler

Die VW Autoversicherung AG wird sich auf das Neugeschäft konzentrieren, die alten Versicherungsverträge werden wie gehabt weiterlaufen, sagte Witter. Der Volkswagen Versicherungsdienst (VVD) werde auch weiterhin als Vermittler auftreten. Lediglich der Produktlieferant werde sich für den VVD ändern, so Witter weiter. Bisher hat der VVD Produkte der Allianz vermittelt, künftig werden es die der VW Autoversicherung AG sein.

Das geplante Gemeinschaftsunternehmen soll auch den Grundstein für ein entsprechendes weltweites Engagement legen. Vorerst sollen aber die Produkte für den deutschen Markt optimiert und erweitert werden.

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