VW- und Audi-Händler schreien auf

Redakteur: Anita Friedel-Beitz

Die neuen Händler- und Werkstattverträge für die VW- und Audi-Partner sind nicht wirtschaftlich, die zweite Vollversammluing des VW/Audi-Händlerverbandes verabschiedet Resolution: Vertragsannahme abgelehnt!

Das Maß des Erträglichen ist für die VW- und Audi-Vertragspartner scheinbar erreicht. "Es geht jetzt ohne Ausnahme jedem Händler an den Kragen. Beweisen Sie Charakter und unterschreiben Sie diese Veträge nicht", sagte ein Partner der Organisation am heutigen Donnerstag in Mainz anlässlich der zweiten Vollversammlung in der Geschichte des Volkswagen/Audi-Händlerverbandes.

Lange und zähe Verhandlungen zwischen dem Verband und Vertretern der Marken VW und Audi über die Ausgestaltung der neuen Händler- und Service-Verträge blieben erfolglos. "Bei keiner Marke und bei keiner Betriebsgröße ist eine zweistellige Gesamtkapitalrendite möglich", konstatierte der Verbandsvorsitzende Eckhard Meyer vor über 2.000 Teilnehmern in der Rheingoldhalle.

Sämtliche Argumente hätten nicht gefruchtet, es sei zu keiner Nachbesserung bei der Wirtschaftlichkeit gekommen. Der Verband hält deshalb die nun vorgelegten neuen Händler- und Service-Partner-Verträge für "deutlich nachteilig". Eine Bewertung der Wirtschaftlichkeit fällt für die drei Marken VW-Pkw, Audi und VW-Nutzfahrzeuge eindeutig negativ aus.

Chancen sieht der Verband für die Partner-Betriebe nur noch im professionellen Gebrauchtwagengeschäft, in Kooperationen sowie konsequenter Verkäuferführung und Verkaufssteuerung, in jedem Fall aber in einer deutlichen Korrektur der heutigen Nachlasspolitik.

Gast-Teilnehmer ZDK-Hauptgeschäftsführer Dr. Axel Koblitz sprach den anwesenden Händlern aus der Seele: "Wenn Sie alle zusammen halten, gibt es keine Frage, wer in diesem Kampf der Stärkere ist. Sie stehen vor der Entscheidung, Geschichte zu schreiben." Unter dem anhaltenden Applaus aller Anwesenden wurde in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt deshalb folgende Resolution verabschiedet:

Entschließung Mainz 24.07.03Die vorgelegten Vertragstexte mit Ausnahme der Agenturverträge werden zurückgewiesen, weil sie keine ausreichende wirtschaftliche Basis für die Mehrheit der Händler und Service-Partner darstellen.

Der Vorstand des Volkswagen- und Audi-Händlerverbandes wird beauftragt, im Wege von Nachverhandlungen mit allen Marken und auf allen Ebenen zu erwirken, dass die vorgesehene Reduzierung der Vergütung bei gleichzeitiger Erhöhung der kostentreibenden Standards und sonstiger Mehrbelastungen in Verkauf und Service unter Beachtung der Musterkostenrechnungs-Ergebnisse so nachhaltig korrigiert wird, dass eine auskömmliche wirtschaftliche Basis für die Zukunft gegeben ist.

Ungeachtet der zum 30.09.2003 auslaufenden Verträge erklären die in der Vollversammlung am 24.07.03 in Mainz anwesenden Volkswagen- und Audi-Partner mit Nachdruck, dass die vorgelegten Verträge solange nicht unterzeichnet werden, bevor der Volkwagen- und Audi-Händlerverband nicht nach weiteren Verhandlungen mit den Marken eine weitere abschließende Erklärung abgegeben hat.