Tarifkonflikt Warnstreiks erreichen Automobilbranche

Von sp-x 2 min Lesedauer

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Die IG Metall will für ihre Beschäftigten ein deutliches Lohnplus, die Unternehmen wollen zusätzliche Kosten vermeiden. Dazu kommt die unklare Lage bei Volkswagen. In der Automobilindustrie könnte der Herbst heiß werden.

Die Automobilindustrie erlebt in der aktuellen Tarifrunde erste Warnstreiks. (Bild:  IG Metall/GS Unterelbe)
Die Automobilindustrie erlebt in der aktuellen Tarifrunde erste Warnstreiks.
(Bild: IG Metall/GS Unterelbe)

Die Stimmung in der Metall- und Elektroindustrie – und damit im Automobilbau und bei den Zulieferern – bleibt angespannt. Ungeachtet der Turbulenzen bei Volkswagen steuern die Tarifparteien auf harte Auseinandersetzungen zu, denn die IG Metall hat mit weiteren Warnstreiks in mehreren Bundesländern den Druck erhöht. So gab es am Montag unter anderem in Betrieben in Baden-Württemberg und Bayern vorübergehende Arbeitsniederlegungen. Auch in Sachsen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt fanden Aktionen statt.

Für das Kfz-Gewerbe sind die Verhandlungen und letztlich auch das Ergebnis nur indirekt von Bedeutung, da die Branche eigene Tarifverträge mit den Gewerkschaften abschließt. Allerdings haben die Industrie-Abschlüsse auch einen richtungsweisenden Charakter. Starke Lohnsteigerungen erhöhen zudem die Sogwirkung auf die Arbeitnehmer, in die Industrie zu wechseln. Auch Volkswagen hat einen Haustarifvertrag, der sich oft an den Industrieabschlüssen orientiert. Vor dem Hintergrund des Sparkurses bei VW erhalten tarifliche Lohnsteigerungen zusätzliche Brisanz.

In der aktuellen Warnstreikrunde legten rund 10.000 Beschäftigte von Mercedes-Benz am Standort in Sindelfingen laut Gewerkschaft kurzzeitig die Arbeit nieder. Zudem seien die Beschäftigten der Nachtschicht am Montagabend zum Streik aufgerufen, teilte die IG Metall Stuttgart mit.

Die Gewerkschaft fordert bundesweit für die 3,9 Millionen Beschäftigten sieben Prozent mehr Lohn bei einer Vertragslaufzeit von einem Jahr. Die Arbeitgeber bieten bislang nach neun Nullmonaten ab Juli 2025 eine Tariferhöhung um 1,7 Prozent und ab Juli 2026 um weitere 1,9 Prozent an, bei einer Vertragslaufzeit von 27 Monaten.

„Es muss Bewegung in die Verhandlungen kommen“

Das niedrige Angebot provoziere die Beschäftigten, sagte Ergun Lümali, Vorsitzender des Betriebsrats in Sindelfingen, laut Mitteilung. Die Forderung von sieben Prozent sei angesichts der nach wie vor hohen Lebenshaltungskosten notwendig. Es müsse endlich mehr Bewegung in die Verhandlungen kommen. Beim Autobauer hatten die Beschäftigten erst vor wenigen Wochen wegen des geplanten Verkaufs der Niederlassungen gestreikt – und gute Ergebnisse für die Betroffenen erzielt.

Die größten öffentlichen Kundgebungen in Bayern gab es der Gewerkschaft zufolge bei Linde in Aschaffenburg mit acht Betrieben und bei der VW-Tochter MAN Energy Solutions in Augsburg mit drei Betrieben. Auch in Niedersachsen legten Beschäftigte ihre Arbeit nieder. Vor dem Werk von Thermo Electron LED in Osterrode etwa startete eine Kundgebung, bei Stiebel Eltron in Holzminden und bei Wilhelm Stoll Maschinenfabrik GmbH in Salzgitter Demonstrationszüge.

In Sachsen rief die Gewerkschaft Beschäftigte der Maschinenbauunternehmen Koenig & Bauer in Radebeul und Auma Drives in Coswig zu Warnstreiks auf. Auch Beschäftigte der Autozulieferer GKN Driveline und der Radsystem GmbH in Zwickau sowie des Kompressorenherstellers Siemens Energy in Leipzig legten vorübergehend die Arbeit nieder. In Sachsen-Anhalt wurden etwa Beschäftigte von Thyssenkrupp in Schönebeck und Mitarbeiter der Gießerei KSM Castings Group GmbH in Wernigerode zur Teilnahme aufgerufen. Es waren Kundgebungen vor den jeweiligen Werkstoren geplant.

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