Betrug im Kfz-Gewerbe Warnung vor falschen Rechnungen an Autohäuser

Von Doris Pfaff

Derzeit erhalten Autohäuser Rechnungen von Onlineportalen für angebliche Dienstleistungen im vergangenen Jahr. Die ZLW warnt vor den falschen Rechnungen und appelliert an die Kfz-Betriebe, aufmerksam zu bleiben, auch wenn die eingeforderten Beträge eher gering sind.

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Achtung Betrug: Autohäuser sollten auch bei kleineren Beträgen ihre Rechnungen genau kontrollieren.
Achtung Betrug: Autohäuser sollten auch bei kleineren Beträgen ihre Rechnungen genau kontrollieren.
(Bild: ZLW)

Genau das ist der Erfolg der Betrugsmasche. In dem der Zentralvereinigung des Kraftfahrzeuggewerbes zur Aufrechterhaltung lauteren Wettbewerbs (ZLW) vorliegenden Fall wurde einem Autohaus aus Hessen eine Gebührenrechnung in Höhe von 83,28 Euro geschickt, die innerhalb von 14 Tagen zu zahlen sei. Als Absender war „Auto-Direkt, Konstanzer Straße 49, in Berlin“ angegeben.

In der Rechnungserklärung heißt es, dass es sich um die Endabrechnung für 2021 und Einträge auf Auto-Direkt handele, der Vertrag nun nach zwölfmonatiger Laufzeit automatisch ausgelaufen sei und nicht automatisch verlängert wurde. Weil der Betrag so gering ist und auch kein Handlungsbedarf mehr besteht, da laut Rechnung der Vertrag ausgelaufen sei, wirkt die Fake-Rechnung nicht auffällig und könnte deshalb im Geschäft durchgehen.

Wer aber genauer hinschaut, kann sehr wohl Fehler entdecken, beispielsweise Schreibfehler bzw. die Angabe einer vierstelligen Postleitzahl für Berlin. Das hat auch das hessische Autohaus erkannt und die Rechnung dem hessischen Kfz-Landesverband vorgelegt.

Geschäftsführer Joachim Kuhn prüfte die Rechnung und bestätigte den Betrug. Er fasste zusammen, worauf Betriebe bei Rechnungen achten sollten und was sie misstrauisch machen sollte:

  • Fehlende Internetadresse bzw. E-Mail
  • Fehlende Steuernummer angegeben
  • Sitz des Unternehmens in Deutschland, aber Bankverbindung im Ausland (in dem Fall in Belgien)
  • Schreibfehler, hier vierstellige Postleitzahl in der Fußzeile
  • Außerdem: Das Schreiben war genau auf den Tag datiert, an dem auch das angeblich bestehende Kundenkonto gelöscht wurde.

Eine schnelle Internetrecherche zeigte ferner, es findet sich kein Eintrag des Unternehmens an dieser Postadresse, noch sonst wo: Die Firma Auto-Direkt existiert nicht.

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