Weichen für Neuanfang gestellt

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Außerordentliche Innungsversammlung der Kfz-Innung begrüßt eingeleitete Maßnahmen zur Überwindung des "Hamburger Wirtschaftskrimis".

Rund dreihundert Teilnehmer diskutierten am Abend des 3. April im Saal der Handwerkskammer Hamburg über die Vorgänge, die den Anlass zum Rücktritt des langjährigen Obermeister Erwin Wolkenhauer und zur Entlassung und anschließenden Freitod des Hauptgeschäftsführers Klaus Schneider geführt hatten.

Dr. Alexander Tiedtke, der für den Landesverband als Sprecher in dieser Angelegenheit agiert, erläuterte am 4. April vor der Presse Verlauf und Beschlüsse der Versammlung. Dort waren die Untersuchungsergebnisse der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PWC vorgelegt und ausführlich erläutert worden.

Danach fielen deutliche Worte der Kritik am bisherigen Vorstand. Es herrschte insbesondere Unverständnis darüber, dass niemand im Vorstand das nicht satzungsgemäße Gebahren und die Zweckentfremdung bedeutender Summen über einen längeren Zeitraum hinweg bemerkt hatte.

Einstimmig bestätigte die Mitgliederversammlung die kommissarische Geschäftsführung, die von Niklas Burmester und Martin Rumpf wahrgenommen wird, für zumindest ein Jahr. Bis dahin soll eine Kommission Vorschläge zu künftiger Struktur und Dienstleistungsangebot der Hamburger Kfz-Organisation und seiner Beteiligungsgesellschaften unterbreiten. Auf der ordentlichen Innungsversammlung am 24. April soll diese Kommission ebenso wie ein neuer Vorstand gewählt werden.

Auch die bisher vom amtierenden Vorstand und der Geschäftsführung eingeleiteten Maßnahmen zur Aufklärung und Schadensbegrenzung fanden nach Angabe Tiedtkes Zustimmung. Laut Tiedtke ermittelt auch die Staatsanwaltschaft wegen Untreue in dieser Sache. Ebenso untersucht die Handwerkskammer den Sachverhalt.