Weiterer Einschnitt im K&L-Geschäft
Die Ersatzteilbelieferung durch Dritte war der Diskussionsschwerpunkt beim Profi-Club-Themenforum vom Kölner Lacklieferanten Spies Hecker
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„Die Werkstätten befinden sich im Sinkflug“ – so beschrieb der Bundesinnungsmeister und ZDK-Vizepräsident Wilhelm Hülsdonk die Situation der Karosserie- und Lackbetriebe anlässlich des Profi-Club-Themenforums. Die Diskussionsrunde beim Kölner Lackhersteller Spies Hecker am 26. Januar 2007 erörterte ein brandaktuelles Thema: Es ging um die Ersatzteilebelieferung durch Dritte, wie Versicherungen oder deren Assisteure. Unterstützt wurde die Aktualität der Veranstaltung durch die zum Veranstaltungszeitpunkt etwa 14 Tage zurückliegende Meldung der HUK Coburg, sich künftig dem Thema Ersatzteilbelieferung anzunehmen.
Kosten senken
„Die Versicherungen werden auch künftig den Kostendruck an die Werkstätten weitergeben. Was an Prämien nicht hereinkommt, muss man bei den Kosten einsparen“, sagte Hülsdonk. Dabei machte der ZDK-Vizepräsident den etwa 100 anwesenden Betriebsinhabern deutlich, dass es längst nicht mehr die Versicherungen allein seien, die versuchen, die Schäden in bestimmte Werkstätten zu steuern. Neben den Automobilherstellern selbst bauen inzwischen auch Leasinggesellschaften und Flottenbetreiber ihre Netzwerke für die Unfallschadenreparatur auf. Hülsdonk verwies ausdrücklich auf die Notwendigkeit der Ersatzteilmarge in den Betrieben, denn die von den Schadenlenkern gedrückten Verrechnungssätze seien ohne die Teilemarge nicht mehr darstellbar.
In diesem Zusammenhang warnte ZDK-Geschäftsführer Ullrich Dilchert davor, etwa für die Unfallschadeninstandsetzung keine Originalersatzteile mehr zu verwenden, um Kosten zu senken. Solche Teile dürften seiner Ansicht nach nur mit Genehmigung des Kunden eingebaut werden.
Matthew Whitall von der Innovation Group sagte hierzu, dass es derzeit keine Nachfrage der Versicherer nach Nicht-Originalteilen gebe.
Ausgesuchte Betriebe
Seine Organisation bearbeite rund 170 Bestellungen pro Tag. Nur langsam würden sich die Vorbehalte der Werkstätten gegenüber der Ersatzteileinitiative der Innovation Group abbauen. Thomas Geck, Schadenleiter der HUK-Coburg, berichtete, dass sie im Jahr 2007 rund 100 000 Schäden in ausgesuchte Werkstätten gesteuert hätten. Das Schadenvolumen lag bei rund 187 Millionen Euro. Die HUK wisse, dass die Betriebe investieren müssen, um auch künftig die Unfallschäden noch reparieren zu können. Ein wesentlicher Kostenfaktor in den Betrieben seien die Ersatzteile. Deshalb werde sich die HUK künftig um die Ersatzteilbelieferung der Werkstätten kümmern. Der Schadenlenker führte an, dass die einzelne Werkstatt keine Möglichkeit habe, Volumen zu bündeln. In diesem Punkt will die HUK die Werkstätten nun unterstützen. „Wir wollen, dass die Werkstätten mittelfristig wieder Margen generieren“, sagte Geck. Die Teilemarge will der Versicherungsmann bei den Werkstätten lassen – zumindest vorerst.
Denn in rund einem Jahr will die HUK prüfen, inwieweit die Kostenersparnis und Margenverbesserung teilbar ist. Will heißen: Nach dem Probejahr 2008 will das Coburger Versicherungsunternehmen mit verdienen. „Wir helfen den Betrieben mit dieser kostengünstigen Möglichkeit, effizienter zu arbeiten“, führte Geck aus. Der Versicherer will seine Partnerbetriebe nicht zwingen, die Teile über die neue HUK-Plattform zu beziehen. Aber Betriebe, die ihre Teile nicht dort einkaufen, würden bei der Schadensteuerung eventuell in die zweite Reihe rutschen, gab Geck unumwunden zu. Ulrich Dilchert appellierte an die Werkstätten: „Bewahren Sie sich Ihre Unabhängigkeit.“ Die betriebswirtschaftliche Analyse sei für jede unternehmerische Entscheidung unabdingbar. Konrad Wenz
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