Weller an Kohlhas dran
BMW-Händler F. Kohlhas in Bad Homburg stellte Insolvenzantrag.
Die BMW-Autohausgruppe F. Kohlhas GmbH hat am 27. Januar beim Amtsgericht Bad Homburg Insolvenzantrag gestellt. Zur Gruppe gehören Filialen in Bad Homburg, Usingen, Oberursel, Kronberg und Friedberg, allesamt im Speckgürtel der Mainmetropole Frankfurt angesiedelt. Insgesamt 300 Mitarbeiter stehen auf den Lohn- und Gehaltslisten.
Zur Insolvenzverwalterin bestellt wurde Rechtsanwältin Angelika Amend. Nach ihren Angaben läuft der Betrieb für Kunden (Neufahrzeug-Verkauf, Gebrauchtwagen-Geschäft, Kundendienst) gegenwärtig "uneingeschränkt weiter". Die "Insolvenz-Geld-Finanzierung" (vorfinanziert durch die Bundesagentur für Arbeit) stellt die Gehaltszahlungen für die Kohlhas-Mitarbeiter sicher. Bereits seit November/Dezember 2004 steckt die Firma in Zahlungsschwierigkeiten. In dem Verfahren habe BMW die Teile nur noch gegen Vorkasse geliefert.
"Strategische Fehler" sind laut Insolvenzverwalterin ausschlaggebend für den Niedergang des renommierten Unternehmens, das zuletzt von Gunther und Klaus Kohlhas geführt wurde.
Seitens der BMW AG in München signalisiert Sprecher Frank Wienstroth: "Wir müssen leider bestätigen, dass die Firma Kohlhas GmbH einen Insolvenzantrag gestellt hat. In der Insolvenzphase hat die BMW AG Interesse, dass der Geschäftsbetrieb in den Geschäftsräumen fortgeführt wird. Wir stehen in Gesprächen mit verschiedenen Händlern und der Insolvenzverwalterin, um eine Nachfolgelösung für die Standorte zu gestalten. Der BMW Konzern ist größter Gläubiger und hat dem Autohaus Kohlhas versucht zu helfen, wo es ging.".
Wie in Branchenkreisen zu hören war, ist die Weller-Gruppe interessiert an Kohlhas. Die Verhandlungen seien schon weit fortgeschritten. Das Unternehmen Kohlhas existiert seit 1964. Damals wurde in Friedberg das erste Autohaus eröffnet.