Produktfälschungen

Wenn die Bremsbeläge aus Sägemehl sind

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Mit aufwendigen Recherchen und juristischen Schritten versuchen sich die Konzerne gegen die Produktpiraterie zu wehren, doch das ist mühsam, wie zu hören ist. Das liegt etwa an schlecht funktionierenden staatlichen Strukturen in jenen Ländern, in denen die Fälscher sitzen, teils aber auch an fehlendem Detailwissen der Ermittler. Wer kann einen gefälschten Mercedes-Felgendeckel schon auf Anhieb von einem echten unterscheiden? Das ist auch ein Grund, weshalb die Unternehmen bei Razzien versuchen, mit eigenen Mitarbeitern vertreten zu sein - diese sollen lokalen Behörden quasi als Experten dienen.

Täglich mehrere Tausend Angebote – allein für VW

Abseits dessen versuchen die Konzerne, auf Onlineverkaufsplattformen angebotene Fälschungen löschen zu lassen. Allein für die Volkswagen-Kernmarke VW Pkw entdecke man täglich mehrere Tausend Angebote mit markenrechtsverletzenden Produkten, sagt ein Sprecher.

Wenn die Sendungen mit den bestellten Ersatzteilen erst mal unterwegs sind, müssen sie hierzulande in der Regel noch am Zoll vorbei. Manches wird entdeckt, das meiste aber vermutlich nicht. Die in Bonn ansässige Generalzolldirektion berichtet, vom Handel mit gefälschten Ersatzteilen seien inzwischen alle gängigen Automarken betroffen.

Dabei handle es sich oft um Dinge, die der optischen Veränderung eines Fahrzeugs dienten. Daneben gehörten auch sicherheitsrelevante Ersatzteile wie Bremsbeläge, Filter, Auspuffanlagen und Felgen zum gängigen Fälschungsportfolio. Daimler-Vorständin Jungo Brüngger sagt: „Wir haben auch schon Bremsbeläge aus Sägemehl gesehen.“

Sicherheit vor allem im Fachhandel

Der Stuttgarter Konzern warnt, typische Alarmsignale für gefälschte Produkte seien etwa ein „auffällig“ niedriger Preis oder der Verkauf über dubiose Online-Quellen. Der Zoll rät, klassisch auf etablierte Geschäfte zu vertrauen. „Das sicherste Vorgehen, um den ungewollten Einkauf von gefälschten Produkten zu verhindern, ist gerade im sicherheitsrelevanten Automobilsektor sicherlich der direkte Einkauf beim oder über den Fachhandel“, heißt es.

Bei einem Einkauf von Ersatzteilen beim Fachhändler sei die Fälschungsproblematik „gänzlich auszuschließen“. Bei einem Ankauf von Teilen im Internet auf Plattformen, die nicht vom Markenhandel selbst betrieben werden, sei das Risiko, einer Fälschung aufzusitzen, dagegen „ungleich höher“.

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