Influencer-Marketing #Werbung: „Platz da, hier kommt ein Mazda“

Von Harald Czycholl-Hoch 4 min Lesedauer

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Mit Influencer-Marketing können Autohäuser Zielgruppen erreichen, an denen klassische Werbung vorbeigeht. Doch die Social-Media-Stars müssen ihre Posts auf Instagram und Co dann auch als Werbung kennzeichnen. Tun sie es nicht, drohen juristische Konsequenzen.

Das Autohaus Franz Pohl in Hamburg hat eine Marketingkampagne mit der Content Creatorin Alicia Alvarez gestartet. Sie hat die Kampagne eindeutig als Werbung gekennzeichnet. (Bild:  Instagram; MR Vector - stock.adobe.com)
Das Autohaus Franz Pohl in Hamburg hat eine Marketingkampagne mit der Content Creatorin Alicia Alvarez gestartet. Sie hat die Kampagne eindeutig als Werbung gekennzeichnet.
(Bild: Instagram; MR Vector - stock.adobe.com)

Ein Verkaufsgespräch im Autohaus. Eine Frauenhand am Schalthebel. Der Finger drückt den Startknopf. Schwenk auf das Mazda-Logo auf dem Lenkrad. Dann kann die Probefahrt im Sportwagen beginnen. Das Youtube-Video des Autohauses Pohl aus Hamburg-Wandsbek setzt gekonnt die Beratungskompetenz des Mazda- und Suzuki-Händlers in Szene – und greift dabei auf prominente Unterstützung zurück: Die schwarzhaarige Schönheit im Video ist nämlich die Moderatorin und Influencerin Alicia Alvarez aus Hamburg. Auf Instagram postet sie anschließend Fotos von der Probefahrt, versehen mit dem Spruch „Platz da, hier kommt ein Mazda“ – und nutzt so ihre Social-Media-Reichweite gezielt im Sinne des Autohauses.

Was in der Mode- und Kosmetikbranche bereits gang und gäbe ist, wird mehr und mehr auch von Autohäusern genutzt: Influencer-Marketing, also die Präsentation der eigenen Produkte mithilfe von Meinungsmachern. Das sind vorwiegend Blogger und Social-Media-Stars, die durch eine große Zahl an Followern über eine entsprechende Reichweite verfügen. Die Werbereichweite vieler Influencer ist höher als bei so manchem Fernsehsender – von Printmagazinen ganz zu schweigen. Hinzu kommt das „hohe Maß an Glaubwürdigkeit bei ihren Anhängern“, das die Influencer genießen würden, sagt Lutz Frühbrodt, Professor für Fachjournalismus und Unternehmenskommunikation an der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt. Demgegenüber hätten „Unternehmen bei vielen jüngeren Menschen ein schlechtes Image“, so der Medienexperte.