TÜV-Report Weshalb E-Autos durch die Hauptuntersuchung rasseln

Quelle: Pressemitteilung 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Der TÜV-Verband hat in einer Sonderauswertung untersucht, warum unterschiedlichen Elektroautos die Plakette verwehrt wurde. Die Fachleute beanstandeten vor allem drei Baugruppen und ein Modell war dabei besonders auffällig.

Knapp neun Prozent der vom TÜV geprüften Tesla Model 3 sind bei der ersten HU durchgefallen.(Bild:  Tesla)
Knapp neun Prozent der vom TÜV geprüften Tesla Model 3 sind bei der ersten HU durchgefallen.
(Bild: Tesla)

Elektrofahrzeuge schneiden bei ihrer ersten Hauptuntersuchung (HU) je nach Modell sehr unterschiedlich ab. Das geht aus einer Sonderauswertung des „TÜV-Reports 2023“ hervor, bei dem der Verband den BMW i3, Nissan Leaf, Renault Zoe und das Tesla Model 3 untersucht hat. Mängelschwerpunkte seien demnach Bremsen, Abblendlicht und Achsaufhängungen. Mit dem Renault Zoe hat es erstmals ein Elektrofahrzeug dank ausreichend hoher Stückzahlen in den Report geschafft. Die Durchfallquote des Modells liege mit 5,3 Prozent im Durchschnitt der 130 in dieser Altersklasse geprüften Pkw.

Größter Mängelschwerpunkt beim Zoe sei die vordere Achsaufhängung. Insbesondere Querlenker sowie Spur- und Koppelstangen seien auffällig. Häufiger als im Durchschnitt werde auch die Funktion der Fußbremse beanstandet. „Mängel an den Bremsen treten bei allen untersuchten E-Autos überdurchschnittlich häufig auf“, sagt Dr. Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands. Ein Grund dafür sei die Rekuperation, mit der in E-Autos Bremsenergie zurückgewonnen wird. Sie entlastet die Bremsen, was in Abhängigkeit von der Fahrweise zum „Einschlafen der Bremsbeläge“ (Absenkung des Reibwertes) führen kann. „E-Auto-Fahrende sollten regelmäßig kräftig bremsen, um die Bremsbeläge wieder zu regenerieren und damit die volle Bremsleistung zu erhalten“, rät Bühler.

Tesla Model 3 fällt am häufigsten durch

Beim Nissan Leaf fallen 4,3 Prozent der untersuchten Fahrzeuge durch. Die Fachkräfte beanstanden hier das Abblendlicht und die Bremsscheiben. Mit dem Ergebnis reihe sich der Leaf bei den 2- bis 3-jährigen Fahrzeugen im oberen Drittel des Rankings ein. Im unteren Drittel landet dagegen der BMW i3 mit einer Durchfallquote von 5,9 Prozent. Wie beim Leaf fallen beim i3 das Abblendlicht und die Bremsscheiben auf, die „überdurchschnittlich häufig“ kritisiert würden.

Schlusslicht des Quartetts ist das Tesla Model 3. 8,9 Prozent der geprüften Autos fallen bei der ersten Hauptuntersuchung durch. Neben der Beleuchtung mit Defekten am Abblendlicht und an den Nebelscheinwerfern hätten auch die Bremsscheiben des Model 3 häufiger Mängel als der Durchschnitt aller untersuchten Fahrzeuge. Das gleiche gelte für die Achsaufhängung. „Viele Elektrofahrzeuge sind wegen der Batterie schwerer als vergleichbare Modelle mit Verbrennungsmotor. Das stellt häufig eine besondere Belastung für die Achsaufhängungen dar“, so Bühler. Keine besonderen Probleme hätten selbst ältere E-Autos mit dem Thema Rost.

TÜV-Geschäftsführer fordert zusätzliche Prüfpunkte bei Batterien

In den TÜV-Report fließen die Ergebnisse von 9,6 Millionen Hauptuntersuchungen ein. In der Klasse der 2 bis 3 Jahre alten Fahrzeuge fallen 5,3 Prozent mit „erheblichen Mängeln“ durch die Prüfung und müssen nach der Reparatur erneut vorgeführt werden. Im Blickpunkt der Untersuchungen stehe der Zustand der Hochvoltbatterie, der elektrischen Leitungen sowie der Stecker. Geprüft würden unter anderem die Befestigung, Isolierung und Kühlung der Stromspeicher. „Allerdings werden die Hochvoltbatterien von E-Autos bisher nur einer Sichtprüfung unterzogen. Das reicht nicht aus“, so Bühler.

Die Vorschriften für die Hauptuntersuchung müssten um weitere spezifische Prüfpunkte für die Sicherheit von E-Autos ergänzt werden. „Die Hochvoltbatterie muss über den gesamten Lebenszyklus des Elektrofahrzeugs bewertbar sein. Dafür brauchen die Prüforganisationen Zugang zu den Daten des Batteriemanagementsystems“, sagt der Geschäfstführer des TÜV-Verbands. Darüber hinaus müsste generell die Hochvoltsicherheit des Elektrofahrzeugs überprüft werden. Im Rahmen der HU wäre das mit einer Messung des Isolationswiderstandes und des Potenzialausgleichs im gesamten Hochvoltsystem umsetzbar.

(ID:49228734)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung