DAT-Report Wo lassen Pkw-Besitzer ihr Fahrzeug reparieren?

Von Cara Stibolitzki 2 min Lesedauer

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Der DAT-Report hat das Wartungsverhalten von Fahrzeughaltern genauer unter die Lupe genommen. Er zeigt: Es wird weniger repariert; insbesondere die Markenwerkstätten leiden unter der Zurückhaltung der Kunden.

Jeden Monat gibt die DAT einen Report zu aktuellen Themen heraus. Diesen Juni wurde das Reparaturverhalten von Pkw-Haltern untersucht.(Bild:  DAT)
Jeden Monat gibt die DAT einen Report zu aktuellen Themen heraus. Diesen Juni wurde das Reparaturverhalten von Pkw-Haltern untersucht.
(Bild: DAT)

Während freie Werkstätten weiterhin auf dem Vormarsch sind, bringen weniger Autobesitzer ihren Wagen zu einer Markenwerkstatt. Allerdings sinkt auch die Zahl der insgesamt durchgeführten Reparaturen stetig. Mit einem Anteil von 37 Prozent an allen durchgeführten Werkstattarbeiten legten die freien Werkstätten im Vorjahresvergleich um ein Prozent zu, die Markenwerkstätten hingegen verloren ein Prozent und liegen derzeit bei 44 Prozent. Die Zahlen stammen aus dem DAT-Report, der jährlichen repräsentativen Autofahrerbefragung der Deutschen Automobiltreuhand.

Betrachtet man die letzten zehn Jahre, wird der Trend offensichtlicher: 2013 machten freie Werkstätten gerade einmal ein Viertel der Werkstattarbeiten aus, Markenwerkstätten besaßen einen Marktanteil von 56 Prozent. Systemanbieter, also Werkstätten in einem Franchisesystem, verdoppelten seither ihren Anteil auf acht Prozent.

Jedoch ist nicht nur der finanzielle Sparaspekt Ursache für diese Entwicklung, auch die Zahl der Werkstätten sollte berücksichtigt werden: Gab es vor zehn Jahren noch 17.500 markengebundene und 21.000 freie Betriebe, sind es mittlerweile nur noch 14.290 Markenbetriebe, aber bereits 22.130 freie Werkstätten.

Pandemie-Sparsamkeit und Bauteil-Langlebigkeit

Was große Inspektionen anbelangt, haben Markenwerkstätten allerdings wie bereits im Vorjahr mit einem Anteil von 58 Prozent die Nase vorn, bei kleinen Inspektionen sank ihr Wert im Vergleich zu 2021 um drei Prozent auf gegenwärtig 48 Prozent. Sonstige Inspektionen wie Urlaubs- oder Hauptuntersuchungs-Vorabchecks werden mit 60 Prozent überwiegend von freien Betrieben durchgeführt, wobei auch ihr Anteil die letzten beiden Jahre um drei Prozent gesunken ist. Ihre Stärke sind meist günstigere Festpreisangebote.

Mit einem Wert von 0,4 im Jahr 2022 halbiert sich die Zahl durchgeführter Reparaturen pro Fahrzeug mit Blick auf den 20-jährigen Langzeittrend. 1974 hatten noch 86 Prozent der Pkw-Halter eine Reparatur zu verzeichnen, vor 20 Jahren knapp über 40 Prozent und 2022 nur noch 30 Prozent. Doch warum ist das so? Zum einen hat die Pandemie viele Autobesitzer vorsichtiger werden lassen, was finanzielle Investitionen angeht, zum anderen verbessert sich aber auch die Qualität verbauter Fahrzeugteile immer weiter; hinzu kommt noch die erneut gesunkene Fahrleistung.

Am häufigsten wurden Verschleißteile repariert (67 Prozent). In der Kategorie „Aggregate und Elektrik“, worunter beispielsweise Getriebe und Lichtmaschine fallen, waren es 36 Prozent. An Fahrwerk und Karosserie wurden mit 29 Prozent die wenigsten Wartungen vorgenommen.

Kaum einer schraubt noch

2022 haben freie Betriebe erneut 56 Prozent Marktanteil bei Reparaturarbeiten erreicht und somit in den vergangenen Jahren um über zehn Prozentpunkte zugelegt. Währenddessen büßten die Markenbetriebe sieben Prozent ein und erzielten einen Marktanteil von 31 Prozent. Der Anteil derjenigen, die selbst zum Werkzeug greifen, stagniert mit 13 Prozent weiterhin – 1974 waren es mit 28 Prozent noch mehr als doppelt so viel. Doch mittlerweile sind Reparaturarbeiten am eigenen Auto für Laien ohne Spezialwerkzeug kaum noch zu bewerkstelligen.

Laut den Autoren des DAT-Reports Uta Heller und Dr. Martin Endlein liegen der Umverteilung der Werkstattarbeiten von Marken- auf freie Betriebe neben den ausgedünnten Werkstattnetzen der Hersteller die steigende Zahl freier Werkstätten zur gleichen Zeit zugrunde.

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