Women`s Award: Mit Durchsetzungskraft nach vorne

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Darauf ruhte sie sich aber nicht aus. Denn das Jahr 2010 bot neue Aufgaben: Neben den beruflichen Anstrengungen kam eine besondere sportliche Herausforderung auf sie zu. Ein Anruf von Volkswagen – „Frau Fremerey, wollen Sie an der Fulda Challenge teilnehmen?“ – warf sie erst einmal aus dem Gleichgewicht. Sie erzählt: „Zugegeben, bei Volkswagen wusste man, dass ich früher Spitzensportlerin war. Aber davon hatte ich mich längst zurückgezogen. Und jetzt trauten die mir zu, dass ich an einem extremen sportlichen Wettbewerb im Norden Kanadas teilnehmen sollte.“

Gewinnen in eisiger Kälte

Wie der Veranstalter Fulda Reifen erläutert, bildet das Yukon Territory die Kulisse für ein Sportevent der Extraklasse. Bei arktischen Temperaturen treten mehrere Teams zu einem polaren Zehnkampf an. Dabei verlangen die unterschiedlichsten Disziplinen wie Halbmarathon, Eisklettern, Biathlon oder Draisinen-Rennen neben Allrounderqualitäten auch hohe Leidensfähigkeit von den Teilnehmern. Neben Ausdauer, Kraft und Geschicklichkeit ist bei der Fulda Challenge zudem fahrerisches Können gefragt. Auf unterschiedlichsten Gefährten wie Geländewagen, ATV und Buggy werden Wettkämpfe gegen die Zeit ausgetragen. Und nicht zuletzt gilt es, Hunderte von Kilometern auf vereisten Pisten zurückzulegen, um zu den jeweiligen Wettkampforten zu gelangen. Selbst wenn die Temperatur nachts unter minus 40 Grad fällt, müssen die Sportler im Freien campen.

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Aber wenn Fremerey sich etwas vornimmt, dann setzt sie alles daran, ihr Ziel zu erreichen. Sie stellte sich ein persönliches Fitnessprogramm auf und trainierte eisern. Dann war es so weit: Mit ihrem Händlerkollegen Sven Brust bildete sie ein Team. Souverän gewannen die beiden die Fulda Challenge und erhielten die begehrte Trophäe, einen Goldnugget. Fotos dieser sportlichen Höchstleistung und der Wettbewerbsanzug zeugen in Fremereys Büro von ihrem Siegeswillen.

2010 ist aber auch das Jahr, in dem sie verstärkt eigene Vorstellungen im Unternehmen durchsetzen möchte. Dabei legt sie Wert darauf, dass Auto Müller weiterhin ein Familienunternehmen bleibt. In diesen Begriff schließt sie ihre Mitarbeiter ein. Fremerey sagt dazu: „Ein Familienunternehmen zu sein bedeutet, dass wir viel Spaß miteinander haben. Aber es bedeutet auch, dass wir alle die Ärmel hochkrempeln müssen.“ Ihre Unternehmensstrategie richte sich an Werten und Menschen aus. Ethisches Handeln sei die Geschäftsgrundlage in allen Unternehmensbereichen, erläutert sie.

Ausrichtung auf Kundengruppen

Fremereys Mannschaft zieht mit, das zeigen die nackten Zahlen. Per August dieses Jahres hat sie das gleiche positive Ergebnis erreicht wie im letzten Jahr – aber diesmal ohne Umweltprämie. Auch die Auftragseingänge liegen deutlich über denen des Jahres 2008. Dabei hilft, dass Auto Müller seit fünf Jahren Mitglied einer Einkaufsgenossenschaft ist. Die Automobil Partner Mitte AG ist ein Zusammenschluss von mittlerweile über 20 inhabergeführten Kfz-Betrieben. Die einzelnen Mitglieder erhalten die Einkaufsvorteile einer großen Kette, behalten aber die Flexibilität und Wendigkeit eines mittelständischen Familienunternehmens.

Eigentlich könnte Fremerey sich zufrieden zurücklehnen. Aber das liegt ihr nicht. Sie hat schon die nächsten Projekte aufgegriffen: Sie möchte das Autohaus stärker auf einzelne Kundengruppen ausrichten. Sechs hat sie besonders im Auge: Die Firmenkunden, die Familien- und Privatkunden, die sogenannten Best Ager (älter als 50 Jahre), junge Menschen, Frauen und Behinderte. Für letztere wird inzwischen der Betrieb barrierefrei umgebaut. Außerdem schult Fremerey ihre Verkäufer umfangreich, sodass diese in der Lage sind, Neuwagen entsprechend den Bedürfnissen dieser Kunden zu konfigurieren. Die Werkstattmitarbeiter lernen, Autos behindertengerecht umzubauen. „Diese Kunden sind ganz besonders treu, wenn man sie gut bedient und auf ihre Wünsche und Bedürfnisse eingeht“, erklärt sie.

Da Fremerey weiß, dass Frauen häufig das Gefühl haben, in Kfz-Betrieben nicht ernst genommen zu werden, hat sie spezielle Ladies Days eingeführt. Jeder Mittwoch ist ein Tag der Frauen. Die Mannschaft begrüßt an diesen Tagen die weiblichen Besucher mit einem Glas Prosecco und einem kleinen Geschenk im Autohaus. Die Werkstatt führt an den Fahrzeugen der Frauen einen kostenlosen Sicherheitscheck durch und füllt dabei Kühl- und Wischwasserbehälter auf.

Das sind eigentlich nur Kleinigkeiten, aber die Kunden fühlen sich gut aufgehoben und wertgeschätzt. Sie kommen wieder und erzählen es weiter. So wächst die Zahl der zufriedenen Stammkunden im Autohaus Müller.

So sicher und fest Fremerey ihren Betrieb auch führt, die Abhängigkeit ihrer Mannschaft von ihrer Person will sie reduzieren. „Die müssen auch ohne mich zurechtkommen können“, betont sie. Deshalb baut sie die zweite Führungsebene auf und möchte in absehbarer Zeit einen Abteilungsleiter mit Prokura als ihren Stellvertreter installieren.

Es gibt auch ein privates Leben

Denn Fremerey möchte nicht ihr komplettes Leben dem Betrieb unterordnen. Sie hat eine achtjährige Tochter, und deren Ansprüche nimmt sie ernst. Deswegen hat sie den Dienstagnachmittag ab 15 Uhr zum „Mama-Tag“ erklärt, an dem sie nur für ihre Tochter da ist. Ihre Mitarbeiter wissen das und haben sich darauf eingestellt. Sie hat sich feste Zeiten für Büro und Familie gesetzt, an die sie sich genau hält. Die Unternehmerin erklärt, ihr Motto laute: Jede Aufgabe braucht die Zeit, die man ihr gibt. Das funktioniere gut, bedeute aber ein hohes Tempo und eine klare Trennung in wichtig und unwichtig.

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