ZDK entwickelt eigene Telematiklösung

Von Jan Rosenow

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Wollen Kfz-Betriebe Wartungs- und Reparaturarbeiten uneingeschränkt verrichten, brauchen sie Zugriff auf die Fahrzeugdaten. Der ZDK hat eine digitale Strategie erarbeitet, zu der auch die Entwicklung einer markenübergreifenden Telematiklösung gehört.

 (Bild:  Promotor)
(Bild: Promotor)

Der Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) arbeitet an einer eigenen markenübergreifenden Telematiklösung. Wie ZDK-Geschäftsführer Neofitos Arathymos im Rahmen der Bundestagung ankündigte, soll das System zur Automechanika 2020 vorgestellt werden.

Die technische Umsetzung stellt sich der Verband wie folgt vor: Die einzelnen Steuergeräte übertragen alle generierten Daten an eine im Fahrzeug installierte Analyseeinheit. Aus diesen Daten lässt sich eine Vielzahl von Geschäftsmodellen ableiten, etwa Reparaturarbeiten wie das Löschen eines Fehlercodes. Ergänzend kann der Fahrer über das Display benachrichtigt werden.

Letztlich wären mit dem einheitlichen Telematiksystem alle Funktionen möglich, die es auch heute schon bei herstellerexklusiven Angeboten gibt – allerdings unter Teilhabe von Autohäusern und Werkstätten.

Das eigene Telematiksystem ist Teil der digitalen Gesamtstrategie der Verbandsorganisation. So strebt der Verband eine gesetzliche Regelung an, mit der das Telematikkonzept Eingang in die Typgenehmigungsverordnung findet. Zudem fordert er die Europäische Kommission auf, die Telematikkonzepte der Autohersteller per Gesetz für andere Marktteilnehmer zu öffnen – und zwar vollumfänglich, inklusive des Kommunikationskanals zum Autofahrer und mit Zugriff auf die Fahrzeugsysteme.

Der Zugriff auf die Fahrzeugdaten ist entscheidend für die Entwicklung eigener Geschäftsmodelle im automobilen Aftermarket. „Ferndiagnose oder Reparaturen über Funk, digitaler Kundenkontakt und andere datenbasierte Dienstleistungen sind keine Zukunftsmusik, sondern schon heute Realität“, betonte Arathymos.

Laut einer von Arathymos zitierten Studie sollen im Jahr 2030 bereits über 50 Prozent aller Wartungs- und Reparaturfälle keinen mechanischen Anteil mehr aufweisen – das heißt, es handelt sich um Fehlersuchen oder Updates an der Fahrzeugelektronik. Und diese lassen sich sehr leicht über Datenfunk durch den Hersteller selbst ausführen.

Da gleichzeitig die Anzahl der Serviceaufträge in Europa von heute 360 Millionen im Jahr auf nur noch 277 Millionen sinken soll, ergibt sich hier eine existenzielle Bedrohung für viele Kfz-Betriebe.

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