ZDK gegen Auto-Überproduktion
Umsatzrückgang und Personalabbau - Der ZDK sieht das Gewerbe zunehmend unter Druck. Rolf Leuchtenberger fordert deshalb neben einer Produktions-Anpassung finanziellen Ausgleich für kostenintensive Standards in Service und Verkauf zu Gunsten der Händler.
Rolf Leuchtenberger, Präsident des deutschen Kraftfahrzeuggewerbes, hat die deutsche Automobilindustrie dringend aufgefordert die momentane Überproduktion zurückzufahren. "Stoppt die Autoflut", appellierte er im Rahmen der Bundestagung des Kfz-Gewerbes in Aachen an die Automobil-Hersteller. Diese sollten "das Kernproblem Überproduktion anpacken" und finanziellen Ausgleich für kostenintensive Standards in Service und Verkauf bereitstellen.
Leuchtenberger kritisierte vor den rund 500 Teilnehmern der Bundestagung weiterhin, dass die Hersteller einerseits die Ertragsmöglichkeiten im Handel reduzierten, andererseits aber durch nahezu unveränderte Produktionsläufe den Druck auf Lager- und Vorführwagenbestand erhöhten.
Bundes- und Europapolitiker forderte Leuchtenberger auf, vor dem Hintergrund einer desolaten Ertragslage zu prüfen, ob die von Brüssel vorgesehene Regelung des Verbots der Standortklausel am 1. Oktober 2005 in Kraft treten könne. Denn derzeit stehe zu befürchten, dass für die europäischen Handels- und Servicebetriebe eine dringend benötigte Konsolidierungsphase erneut verzögert werde. Die vorgesehene Niederlassungsfreiheit im Automobilverkauf ab 2005 werde wohl weniger von den rund 108.000 Mittelständlern als von den europäischen Großunternehmen genutzt werden. Das vierte schlechte Jahr in Folge zeige jetzt deutliche Spuren, so der ZDK-Präsident weiter. Allein im Verkauf neuer und gebrauchter Pkw habe man in den ersten acht Monaten einen Umsatzverlust von 1,3 Milliarden Euro eingefahren. Dazu kämen 500 Millionen Euro Minus im Werkstattgeschäft. Dies habe zum Abbau von rund 10.000 Arbeitsplätzen geführt. Damit unterschreite das Gewerbe erstmals die 500.000er-Grenze an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.