EU-Autogipfel ZDK hält Abkehr vom Verbrennerverbot für überfällig

Von Nick Luhmann 2 min Lesedauer

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Der Vorstoß von Bundeskanzler Friedrich Merz, der sich beim EU-Gipfel in Kopenhagen gegen das Verbrennerverbot ausspricht, trifft auf Zustimmung des ZDK.

Ab 2035 dürfen in der Europäischen Union keine Neuwagen und Transporter mit Verbrennungsmotoren zugelassen werden. Für den ZDK gehört das faktische Verbrennerverbot längst auf den Prüfstand, weil klimaneutrale Kraftstoffe unberücksichtigt sind.(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
Ab 2035 dürfen in der Europäischen Union keine Neuwagen und Transporter mit Verbrennungsmotoren zugelassen werden. Für den ZDK gehört das faktische Verbrennerverbot längst auf den Prüfstand, weil klimaneutrale Kraftstoffe unberücksichtigt sind.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) begrüßt die Ankündigung von Bundeskanzler Friedrich Merz, beim am Mittwoch gestarteten EU-Gipfel in Kopenhagen für eine Abkehr vom geplanten Verbrenner-Neuzulassungsverbot ab 2035 zu werben – ein aus Sicht des ZDK längst fälliger Schritt.

„Wir brauchen eine Klimapolitik, die nicht von oben herab reguliert, sondern mit Augenmaß gestaltet wird – durch Anreize, die die Verbraucher mitnehmen, und nicht durch Verbote, die Autohändler und Fahrzeughersteller gängeln“, erklärt ZDK-Präsident Thomas Peckruhn. „Der Impuls von Bundeskanzler Merz gibt ein wichtiges und richtiges Signal, die CO2-Regulierung nicht nur technokratisch, sondern im Einklang mit den Bedürfnissen der Menschen zu denken.“

Der ZDK betont, dass das Kfz-Gewerbe die Transformation zur emissionsfreien Mobilität aktiv und konstruktiv mitgestaltet. Betriebe in ganz Deutschland haben in den vergangenen Jahren massiv in die Transformation investiert – von moderner Werkstattausrüstung über Ladeinfrastruktur bis hin zur Weiterbildung von Beschäftigten und zur Ausbildung junger Menschen im Umgang mit alternativen Antrieben.

Verlässliche Leitplanken statt Verbote

„Diese Anstrengungen zeigen: Die Branche steht hinter dem Wandel – aber sie braucht dafür verlässliche politische Leitplanken“, so Peckruhn. „Ein pauschales Neuzulassungsverbot von Verbrennern gefährdet hingegen dringend notwendige Investitionen und untergräbt das Vertrauen in die Verlässlichkeit politischer Entscheidungen.“

Schon die Folgen der strengen CO2-Flottenregulierung in diesem Jahr seien gravierend: Neuwagen bleiben bei Händlern stehen, die Nachfrage stockt. Der Absatz von batterieelektrischen Fahrzeugen wird vor allem durch Eigenzulassungen von Händlern und Herstellern gestützt – ein trügerisches Bild, dass die tatsächliche Nachfrageschwäche und ihre wirtschaftlichen Folgen für die Betriebe verdeckt, so der Verband.

Um Elektromobilität konsequent in die Breite der Gesellschaft zu bringen, brauche es konkrete Maßnahmen seitens der Politik, fordert der ZDK: transparente Preise an öffentlichen Ladesäulen sowie eine strukturelle Strompreissenkung durch geringere Netzentgelte, reduzierte Durchleitungskosten und eine deutlich niedrigere Stromsteuer.

Gesellschaftliche Akzeptanz und Technologieoffenheit

„Es ist richtig und notwendig, dass sich die Politik der gesellschaftlichen Diskussion stellt – und erkennt, dass die Transformation der Mobilität nur dann gelingen kann, wenn sie auf Akzeptanz trifft und bezahlbar bleibt“, erklärt Peckruhn.

Der ZDK spricht sich deshalb für eine Weiterentwicklung der EU-CO₂-Regulierung aus, die auf Vielfalt setzt: Elektromobilität reiche nicht als alleinige Lösung. Für eine maximale Reduktion der CO2-Emissionen brauche es alternative Lösungen – etwa effiziente Verbrenner, betrieben mit synthetischen oder biogenen Kraftstoffen. Wichtig ist aus Sicht des Kfz-Gewerbes zudem, dass CO2-neutrale Kraftstoffe künftig auch bei der Erreichung der Flottenziele angerechnet werden, denn nur so können Klimaschutz und individuelle Mobilität gleichermaßen gewährleistet werden.

„Unsere Betriebe sind technologieoffen aufgestellt – und das sollte auch die Politik sein. Nicht jeder Kunde, nicht jeder Fuhrpark und nicht jedes Mobilitätsbedürfnis lässt sich rein elektrisch abbilden“, erklärt Peckruhn. Zudem haben sich die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen deutlich verschlechtert – etwa durch neue transatlantische Zölle und den Wegfall der E-Mobilitätsförderung. Was es jetzt braucht, so Peckruhn, ist ein „Realitätscheck“ der Marktbedingungen: Das Verbrenner-Aus sollte revidiert und die CO2-Grenzwerte neu bewertet werden.

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