BEHG-Gesetz ZDK kritisiert Anstieg der Spritpreise

Von Nick Luhmann 2 min Lesedauer

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Der ZDK befürchtet durch die jüngste Entscheidung des Bundesrats einen massiven Preisanstieg bei den Kraftstoffen. Nur mit einer Kaufförderung für E-Autos und der Anerkennung von alternativen Kraftstoffen könne die drohende Gefahr gebannt werden.

Der Absatz der E-Autos muss aus Sicht des ZDK dringend angekurbelt werden, um die drohende CO2-Preissteigerung abzumildern. Außerdem sollten alternative Kraftstoffe angerechnet werden, um die Klimabilanz zu verbessern.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Der Absatz der E-Autos muss aus Sicht des ZDK dringend angekurbelt werden, um die drohende CO2-Preissteigerung abzumildern. Außerdem sollten alternative Kraftstoffe angerechnet werden, um die Klimabilanz zu verbessern.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Am 14. Februar hat der Bundesrat entschieden, dass der nationale Emissionshandel nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) ab 2027 in das europäische Emissionshandelssystem ETS-2 übergeht. Nun warnt der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), dass dies ohne zusätzliche Maßnahmen zu einem deutlichen Anstieg der Kraftstoffpreise führen kann – mit entsprechend negativen Folgen für Unternehmen und Verbraucher.

„Mit der Integration des nationalen Emissionshandels in das europäische Emissionshandelssystem ETS-2 droht der CO2-Preis für Kraftstoffe weiter zu steigen“, befürchtet ZDK-Präsident Arne Joswig. Um zu gewährleisten, dass Mobilität bezahlbar bleibt, brauche es eine Doppelstrategie: Einerseits müssten die politischen Anstrengungen zum Hochlauf der Elektromobilität wieder aufgenommen werden, anderseits müssten erneuerbare Kraftstoffe als gleichwertige Lösung anerkannt und in einer Kraftstoffstrategie als solche mit allen Mitteln auch verankert werden, so Joswig.

Kraftstoffpreis werde um mehr als 70 Cent steigen

Beide Maßnahmen seien notwendig, um die CO2-Preise langfristig in einem bezahlbaren Rahmen zu halten. Ansonsten drohten bis 2030 Preise von 300 Euro pro Tonne CO2. Auf die Kraftstoffkosten umgelegt entspricht dies einer zusätzlichen Verteuerung um 70 bis 80 Cent pro Liter Benzin bzw. Diesel.

„Mobilität darf nicht zur sozialen Frage werden!“, warnt Joswig. Durch die geplante Verknappung von Emissionszertifikaten könnte der CO2-Preis im ETS-2 massiv ansteigen. Die EU sieht für diesen Fall zwar eine Marktstabilisierungsreserve (MSR) mit 600 Millionen Zertifikaten vor. Das bedeutet, dass die MSR im Extremfall nur 600 Millionen Tonnen CO2 abdecken könnte. Da sich die Zertifikate aber über mehrere Jahre erstrecken, kann man realistisch davon ausgehen, dass die MSR pro Jahr nur einen Teil des Bedarfs abdecken kann. Bleibt die Nachfrage nach CO2-Zertifikaten hoch, reicht die Marktstabilisierungsreserve allein nicht aus, um eine Preisexplosion zu verhindern. Verbraucher müssten dann die Zeche zahlen, warnt der Verband.

ZDK: E-Mobilität muss unterstützt werden

Der ZDK fordert die Bundesregierung deshalb auf, den Übergang in ETS-2 mit einer tragfähigen Strategie für bezahlbare Mobilität zu begleiten. Dazu gehört auch eine Förderung erneuerbarer Kraftstoffe, insbesondere da der Hochlauf der Elektromobilität durch politisches Verschulden stockt. Nur durch ein Zusammenspiel beider Technologien lassen sich die Auswirkungen steigender CO2-Preise begrenzen.

„Elektromobilität wird eine tragende Rolle spielen und der Hochlauf muss weiter unterstützt werden – etwa durch einen bedarfsorientierten Ausbau der Ladeinfrastruktur, günstigeren Ladestrom und Kaufprämien. Gleichzeitig müssen erneuerbare Kraftstoffe bis 2030 als entlastende Option ausgebaut und anerkannt werden, damit Mobilität nicht zum Luxusgut wird“, so Joswig.

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