Kritik wegen zu hoher Reparaturkosten ZDK wehrt sich gegen Vorwurf überteuerter Werkstattpreise

Von Doris S. Pfaff 2 min Lesedauer

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Empört weist das Kfz-Gewerbe den Vorwurf zurück, dass Kfz-Werkstätten mit gestiegenen Reparaturpreisen die Kosten der Versicherer in die Höhe trieben. Die Ursachen seien vielschichtig, so der ZDK.

Gegen den Vorwurf, Kfz-Betriebe würden überzogene Reparaturrechnungen ausstellen, wehrt sich der ZDK.(Bild:  ProMotor)
Gegen den Vorwurf, Kfz-Betriebe würden überzogene Reparaturrechnungen ausstellen, wehrt sich der ZDK.
(Bild: ProMotor)

Von „Gierflation“ war die Rede im Zusammenhang mit den hohen Reparaturkosten bei Kfz-Werkstätten. In seiner Bilanz warf der Finanzvorstand der SV Sparkassenversicherung laut Berichterstattung in der Stuttgarter Zeitung einigen Kfz-Werkstätten vor, über die inflationsbedingten Kostensteigerungen hinaus erhöhte Rechnungen für Reparaturen auszustellen. Inzwischen griffen mehrere Medien diesen Vorwurf auf, dass Kfz-Werkstätten mit überhöhten Preisen die Versicherungskosten in die Höhe trieben.

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) weist diese Vorwürfe zurück. Wiederholt würden die in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Reparatur- und Ersatzteilkosten den Werkstätten angekreidet und das Kfz-Gewerbe in negatives Licht gerückt.

Ursachen seien die enormen Preissteigerungen von Ersatzteilen und die immer komplexer werdenden elektronisch vernetzten Bauteile in Neufahrzeugen, die bei Reparaturen neu angelernt werden müssen, so der ZDK.

Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) stiegen die Preise für Ersatzteile zwischen August 2023 und August 2024 im Schnitt um 6,2 Prozent. Hinzu kommen gestiegene Frachtkosten durch gestörte Seewege und dadurch oft erforderliche teure Luftfracht. Auch die begrenzte Verfügbarkeit von Teilen sowie der Designschutz sichtbarer Teile und die Lizenzgebühren der Automobilhersteller trieben die Kosten in die Höhe.

Kostensteigerung durch teure Ersatzteile

Ebenfalls kostensteigernd wirkten sich laut ZDK die immer komplexeren Systeme moderner Fahrzeuge auf die Reparaturkosten aus. Die Fehlersuche bei den hoch digitalisierten Fahrzeugen sei insgesamt aufwendig und erfordere neben Fachpersonal modernste Werkstattausrüstung.

Die Kfz-Betriebe berechneten weiter, was an Kosten entstehe, und dazu gehöre nicht nur die Bremsscheibe plus Handelsspanne. Mit dem Stundenverrechnungssatz müssten alle Kosten abgedeckt werden. Dazu gehören Personalkosten, Sozialabgaben und Nebenleistungen, Weiterbildungskosten, Fixkosten, wie Miete oder Pacht für Werkstattgebäude und Grundstücke, Energie- und Nebenkosten, Abschreibungen und vieles mehr.

An diesen Tatsachen kommen auch die Versicherer nicht vorbei, die ja selbst in ihren Versicherungsprämien ihre Kosten für Personal, entsprechende Schulungen, die Ausbildung, Büromieten, Investitionen in Immobilien, steigende Gehälter und Marketingmaßnahmen einpreisen müssen. Allein die Prämiensteigerungen auf gestiegene Werkstattkosten zu schieben, sei zu kurz gegriffen, so der ZDK.

Auch für die Versicherer hat sich einiges geändert. Wegen gestiegener Werkstattauslastung lassen sich immer weniger Kfz-Betriebe auf Rahmenverträge mit ihren Versicherern ein, die zu niedrigsten Margen ein stabiles Auftragsgeschäft durch Versicherungsschäden zusichern, so der ZDK.

Ziegler: Pauschale Unterstellung

Grundsätzlich gehe kein Weg daran vorbei, dass sowohl Kfz-Betriebe als auch Versicherer mit steigenden Kosten kämpfen und beiderseits attraktive Gesamtpakete für ihre Kunden schnüren müssten. Dabei würden sich Qualität und wettbewerbsfähige Preise langfristig durchsetzen.

Pauschale Unterstellungen würden in dieser Situation nicht helfen, betonte auch Michael Ziegler, Präsident des Kfz-Gewerbes Stuttgart: „Was wir vielmehr brauchen, ist eine faire Partnerschaft zwischen Versicherungen und Werkstätten.“

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