Was ist los beim Elektroautobauer Tesla? Die Zahl der Beschäftigten im Werk Grünheide sinkt, Firmenchef Elon Musk spricht mehr über Roboter als über Pkw-Modelle. Und die Verbraucher sehen die Marke zunehmend skeptisch.
Nicht viel los bei Tesla – zumindest der Neuwagenabsatz in Deutschland und Europa war zuletzt stark rückläufig.
(Bild: Grimm – VCG)
Der US-Automarke Tesla bläst ein scharfer Wind entgegen – in Deutschland wie in Europa. Hierzulande kann sich nur jeder Vierte grundsätzlich vorstellen, ein Tesla-Elektroauto zu kaufen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage vom vergangenen Sommer, die das Institut der deutschen Wirtschaft nun im Rahmen einer neuen Studie veröffentlicht hat. Für fast 60 Prozent kommt der Kauf demnach gar nicht infrage, für weitere gut 16 Prozent eher nicht.
Allerdings ist ein E-Auto weiterhin nicht unbedingt der Herzenswunsch der Autokäufer. Immerhin gut 37 Prozent können sich inzwischen konkret vorstellen, ein E-Modell eines deutschen Herstellers zu erwerben. Knapp jeder Vierte erwägt den Kauf eines Fahrzeugs eines chinesischen Anbieters (23 %), Tesla kommt lediglich auf 13 Prozent. Etwa 42 Prozent der Befragten lehnen es grundsätzlich ab, ein Elektroauto zu kaufen.
Noch im Jahr 2024 war das Model Y laut Kraftfahrt-Bundesamt das gefragteste E-Auto Deutschlands, ein Jahr später landete es im Modellranking nur noch auf Platz 12. Studienautor Matthias Diermeier führt den Absturz der Marke unter anderem auf das politische Engagement von Firmenchef Elon Musk zurück. Die deutschen Verkaufszahlen brachen 2025 um fast die Hälfte ein (–48 %). In Europa verlor Tesla 28 Prozent seines Absatzes.
Die Neuwagenverkäufe von Tesla sind global unter Druck. Im Jahr 2025 verbuchte der Hersteller den zweiten Rückgang der Auslieferungen in Folge. Sie sanken um 8,5 Prozent auf gut 1,636 Millionen Fahrzeuge. Den bisherigen Höhepunkt hatte Tesla im Jahr 2023 mit etwas über 1,8 Millionen ausgelieferten Wagen erreicht.
Sinkende Beschäftigungszahlen in Grünheide
Das hat inzwischen möglicherweise Konsequenzen auf den Beschäftigungsstand. In Grünheide bei Berlin beschäftigt der Hersteller rund 1.700 Menschen weniger in seiner europaweit einzigen Autofabrik als vor zwei Jahren. Das Unternehmen selbst spricht von normalen Schwankungen und stabiler Lage. „Im Vergleich zum Jahr 2024 hat es keinen nennenswerten Stellenabbau bei der Stammbelegschaft gegeben. Ein solcher ist auch nicht geplant“, teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit. Die Arbeitsplatzsicherheit in der Gigafactory sei weiterhin gegeben.
Das „Handelsblatt“ berichtete, dass Tesla in seiner Gigafabrik in Brandenburg derzeit 10.703 Beschäftigte habe, während es vor zwei Jahren noch 12.415 gewesen seien. Das entspricht einem Rückgang von rund 14 Prozent. Das „Handelsblatt“ beruft sich bei den Zahlen auf den Wahlvorstand im Tesla-Betriebsrat. Als im Jahr 2024 weltweit mehr als zehn Prozent Stellen im Konzern abgebaut werden sollten, kündigte Tesla für Grünheide nur einen Abbau von 400 Stellen an.
Welche Berufsgruppen verdienen in der Kfz-Branche welche Summen? Wie hoch ist die Arbeitsbelastung – und werden Überstunden erwartet oder vergütet? Der »kfz-betrieb«-Gehaltsreport 2025 gibt Aufschluss.
„Die Situation und der Ausblick in der Gigafactory sind stabil – auch und gerade für die Arbeitsplätze der Mitarbeitenden“, erklärte die Sprecherin. In der Fabrik in Grünheide gebe es im Gegensatz zu vielen anderen Standorten der Automobilindustrie in Deutschland keine Anpassungsmaßnahme beim Personal aufgrund der Marktlage. „Das Produktionsvolumen der letzten Jahre war konstant und es gibt keine Pläne, das Volumen und damit einhergehend Personal zu reduzieren.“ Tesla beliefert von Grünheide in Brandenburg aus mehr als 30 Märkte.
Fokus auf Roboter und Robotaxis
Unternehmenschef Elon Musk selbst kümmert sich derzeit mehr um andere Aktivitäten als um die Autosparte von Tesla. Er ist zuversichtlich, dass Tesla Ende 2027 den Verkauf humanoider Roboter starten könnte. Die Roboter mit dem Namen Optimus führten aktuell einfache Aufgaben in der Produktion des Elektroauto-Herstellers aus, sagte Musk beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Er denke, dass man wahrscheinlich bis Ende kommenden Jahres die Maschinen auch für die Öffentlichkeit in den Handel bringen werde. Der Tesla-Chef ist allerdings bekannt dafür, Fristen zu setzen, die er später nicht halten kann.
Grundsätzlich werde Tesla die Roboter verkaufen, wenn man überzeugt sei, dass sie sehr verlässlich und sicher seien und viele Aufgaben erfüllen könnten, sagte Musk. Man werde die Maschinen bitten können, alles zu machen, was man wolle.
Auch das Thema Robotaxis verfolgt Musk mit Nachdruck weiter. Einmal mehr verkündete er, dass die Zukunft des Elektroauto-Vorreiters in Robotern und Robotaxis liegen werde. In beiden Bereichen gibt es bereits starke Konkurrenz. In Davos bekräftigte Musk die Prognose, dass es auf der Welt mit der Zeit mehr Roboter als Menschen geben werde – und sie „alle Bedürfnisse der Menschen“ erfüllen würden. Die Maschinen könnten etwa Kinder oder Haustiere beaufsichtigen oder sich um ältere Menschen kümmern, nannte er als Beispiele.
Stand: 08.12.2025
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Reich, reicher, am reichsten
Tesla-Chef Musk ist Berechnungen des Magazins „Forbes“ zufolge inzwischen der bei Weitem vermögendste Mensch der Welt. Nach einer Gerichtsentscheidung in den USA Ende des Jahres 2025 stieg sein Nettovermögen auf rund 749 Milliarden Dollar. Das geht aus der online veröffentlichten Milliardärsliste des Magazins hervor, die Musk derzeit anführt. Musk hatte sich in einem jahrelangen Rechtsstreit um ein riesiges Aktienpaket aus dem Jahr 2018 durchgesetzt.
Die etwa 304 Millionen Aktien, die ihm zugesprochen wurden, sind zum aktuellen Kurs etwas mehr als 146 Milliarden Dollar (rund 124,6 Mrd. Euro) wert. Das Oberste Gericht im US-Bundesstaat Delaware hob die Entscheidung einer Richterin auf, die das Vergütungspaket nach einer Aktionärsklage gekippt hatte. Die Aufhebung des gesamten Pakets sei eine zu harte Maßnahme gewesen, urteilten die Richter.