100 Jahre Adolf Würth

Redakteur: Dipl.-Päd. Gerd Steiler

Der Künzelsauer Montageprofi feierte am vergangenen Samstag den 100. Geburtstages von Firmengründer Adolf Würth. Firmenpatron Reinhold Würth würdigte das Wirken seines Vaters und die wechselvolle Geschichte des Unternehmens.

Den 100. Geburtstag von Firmengründer Adolf Würth hat der Künzelsauer Montageprofi am vergangenen Samstag im Beisein zahlreicher geladener Gäste in der Künzelsauer Unternehmenszentrale gefeiert. Im Beisein zahlreicher geladener Gäste würdigte Reinhold Würth, Vorsitzender des Stiftungsaufsichtsrats der Würth-Gruppe, das Wirken seines Vaters und die wechselvolle Geschichte des Unternehmens.

Karrierestart mit 13

Sein Vater Adolf Würth erblickt am 7. Februar 1909 als Sohn des Landwirts, Gastronoms und Weinbauern Friedrich Würth das Licht der Welt. Diese Herkunft prägt den jungen Mann. „Mein Vater pflegte mit seinen Kollegen gute Freundschaft und war gern und schnell bereit bei einem guten Wein zu feiern“, erinnert sich Reinhold Würth.

1922 – mit nur 13 Jahren – tritt Adolf Würth als Lehrling in die damals in Kupferzell ansässige Schraubengroßhandlung Reisser ein und startet dort eine erfolgreiche Karriere. Rasch entwickelt er sich zum Spezialisten seines Fachs, erhält Prokura, geht auf Verkaufsreisen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Dieses Geschäftsmodell des Direktvertriebes, das Adolf Würth später in seinem eigenen Unternehmen wieder aufnimmt, erweist sich später als Kern des Wachstumsmotors der Würth-Gruppe.

Firmengründung im Juli 1945

Der Zweite Weltkrieg markiert eine Zäsur auch im beruflichen Alltag von Adolf Würth. 1942 wird er dienstverpflichtet und mit der kaufmännischen Leitung eines Betriebes im besetzten Frankreich beauftragt. Fortan leitet er das elsässische Zweigwerk der Firma Zinser in Hagenau. Es ist vor allem Adolf Würths Ehefrau Alma, die nach Kriegsende den Schritt in die Selbständigkeit unterstützt. Am 16. Juli 1945 wird in Künzelsau die Firma ‚Adolf Würth, Holzschrauben, Künzelsau’ gegründet.

Adolf Würth, von seinem Sohn Reinhold als „geradlinig, marketing- und verkaufsorientiert“ geschildert, betreibt die Schraubengroßhandlung mit großem Erfolg. Bereits sieben Jahre nach der Firmengründung wird am 14. Dezember 1952 das erste eigene Gebäude in der Künzelsauer Bahnhofstraße bezogen. Nur zwei Jahre später wird das junge aufstrebende Unternehmen durch den plötzlichen Tod des Firmengründers vor eine große Herausforderung gestellt. 1954 übernimmt der damals gerade 19-jährige Sohn Reinhold die Leitung des Unternehmens. Den einstigen Zweimannbetrieb entwickelt Reinhold Würth zum Weltmarktführer für Montage- und Befestigungsmaterial.

„Geradlinig und liebevoll“

Der Verdienste seines Vaters und seiner Mutter ist sich Reinhold Würth bis zum heutigen Tage bewusst. „Ohne meine so geradlinig norddeutsch geprägte Mutter mit ihrer Konsequenz und ohne die liebevolle Führung durch meinen Vater wäre die Würth-Gruppe nie entstanden“, charakterisiert Reinhold Würth seine Eltern. Für ihn persönlich sei der Vater „die wichtigste Respekts- und Bezugsperson“ gewesen. Von Anbeginn der Firma habe der Vater ihn in das Geschehen mit einbezogen. Reinhold Würth: „Geblieben ist mir bis heute seine kreative Reiselust und vor allem die kompromisslose Verkaufs- und Kundenorientierung.“

Eine kleine Austellung zu Adolf Würth mit Dokumenten und historischen Fotos ist bis einschließlich 30. April 2009 im Verwaltungsgebäude der Adolf Würth GmbH & Co. KG in Künzelsau-Gaisbach zu sehen.

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