Markenjubiläum 100 Jahre Aral

Von Steffen Dominsky 3 min Lesedauer

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Im Frühjahr 1924 erfand ein Unternehmen mit Sitz in Bochum den ersten Super-Kraftstoff der Welt. Das Benzin-Benzol-Gemisch war zusammengesetzt aus Aromaten und Aliphaten – aus den Anfangsbuchstaben der beiden Hauptkomponenten bildeten seine Erfinder den Namen des neuen Produkts.

Vor 100 Jahren kam ein neuer Kraftstoff auf den Markt. Seine Erfinder gaben ihm, basierend auf den Anfangsbuchstaben seiner Hauptbestandteilgruppen, den Namen „Aral“.(Bild:  Aral)
Vor 100 Jahren kam ein neuer Kraftstoff auf den Markt. Seine Erfinder gaben ihm, basierend auf den Anfangsbuchstaben seiner Hauptbestandteilgruppen, den Namen „Aral“.
(Bild: Aral)

Bereits vor gut 125 Jahren, am 28. November 1898, gründeten 13 Bergbauunternehmen die „Westdeutsche Benzol-Verkaufs-Vereinigung“ in Bochum und damit das Vorgänger-Unternehmen von Aral. Dem wiederum war 1881 eine Kokerei in Bulmke-Hüllen (heute Gelsenkirchen) vorausgegangen, die das Nebenprodukt „Rohgas“ unter anderem zu Benzol verarbeitete, statt es einfach als Abfall zu entsorgen. 1906 schloss sich der Verband mit der Ostdeutschen Benzol-Verkaufsvereinigung zur Deutschen Benzolvereinigung zusammen. Diese erhielt ein Logo aus gekreuztem Schlägel und Eisen als Bergbauzeichen (lange Zeit Teil des Aral-Logos) in Verbindung mit den Buchstaben DBV. Nach verschiedenen Umstrukturierungen wurde 1918 der Benzol-Verband als GmbH (kurz BV oder B.-V.) gegründet. Zu dieser Zeit belieferte dieser hauptsächlich Farbenfabriken mit seinem Produkt.

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Bis dahin, genauer gesagt bis 1919, reichen die Anfänge der Aral-Forschung zurück, die bis heute ebenfalls ihren Sitz in Bochum hat. Um weitere Vertriebswege zu erschließen, entwickelte unter anderem der BV-Chemiker Walter Oswald 1924 einen neuartigen Otto-Kraftstoff aus einem Benzol-Benzin-Gemisch (60 Prozent Benzin, 40 Prozent Benzol). Im Rahmen eines Preisausschreibens wurde auch sein Namensvorschlag für das neue Produkt angenommen: Da Benzol zur chemischen Gruppe der Aromaten und Benzin zu den Aliphaten gehört, nannte Ostwald den neuen Kraftstoff „Aral“ – er setzt sich also zusammen aus den Anfangsbuchstaben der beiden Hauptkomponenten. Aufgrund der stetig wachsenden Anzahl an Kraftfahrzeugen in den Zwanzigerjahren wurde der Benzol-Verband zu einer der großen Kraftstoffvertriebsorganisationen in Deutschland bzw. der größten ohne ausländische Beteiligung.