125 Jahre Auto: Der Weg zum Händler

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Um solche Risiken zu reduzieren, wendet heute jeder Hersteller ein anderes Schutzverfahren an. Entweder werden die Wagen komplett oder teilweise mit Folien abgeklebt, die Türkanten und Stoßfänger mit Schaumstoffpolstern ausgestattet oder ein spezieller Schutzwachs aufgetragen.

Nicht selten rollen die Autos vom Band unmittelbar auf die jeweiligen Transportfahrzeuge, zunächst meist auf Eisenbahnwaggons. Diese bringen ihre Ladung dann direkt zu einer Auslieferungszentrale – oder aber zu einem Frachthafen, von wo die Fahrzeuge auf Flüssen oder über die Meere in die ganze Welt verschifft werden.

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An Bord der Schiffe gibt es genaue Stau- und Sicherungsvorschriften, die Reedereien und Autohersteller miteinander abstimmen. Linkslenker werden in Fahrtrichtung gegen den Uhrzeigersinn gestaut, Rechtslenker entsprechend im Uhrzeigersinn, Mindestabstände und notwendige Gehwege zwischen den Fahrzeugen sind vorgeschrieben, gesichert wird das Frachtgut mit Gurten.

Autofrachter im Format von Supertankern

Am Zielhafen angekommen, werden die Automobile bis zum Weitertransport auf Freiflächen oder in Parkhäusern zwischengelagert. Weiter geht es wieder mit Lkw oder Eisenbahn. Mehrere japanische Automobilkonzerne wie Mazda und Toyota unterhalten sogar eigene Flotten mit Autofrachtern im Format von Supertankern.

Etwas ganz spezielles haben sich Hersteller und Handel für den Transport von Exoten und Pretiosen einfallen lassen: Rennwagen, Prototypen, noch geheime Erlkönige und kostbare automobile Haut Couture automobiler Manufakturen werden meist in eigens entwickelten verschlossenen Containern, speziellen Renntransportern oder per Luftfracht versendet.

Transport per Zeppelin

Besonders der Versand per „Luftpost“ ist bis heute eine populäre Marketingmaßnahme. Während dafür heute überwiegend reguläre Frachtmaschinen zum Einsatz kommen, wurden in den 1930er Jahren Autos sogar per Zeppelin über den Atlantik geschickt. So vertraute etwa Opel im Jahr 1936 das 500.000ste gebaute Auto – einen Olympia – der Hindenburg, dem größten Luftschiff der Welt, an. Die Reise nach Rio de Janeiro über den Südatlantik verlief so schnell und sicher, dass die Rüsselsheimer bis 1963 einen Zeppelin als Markenzeichen verwendeten.

kfz-betrieb ONLINE« beleuchtet in einer Serie immer Freitags die Geschichte des Automobils. Klicken Sie sich auch durch unsereChronologiemit Highlights und Anekdoten aus 125 Jahren Automobilgeschichte. Übrigens: Auch »kfz-betrieb« feiert in diesem Jahr Jubiläum. Die Fachzeitschrift gibt es seit 100 Jahren.

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