125 Jahre Auto: Der Weg zum Händler

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Das Auto ist der Inbegriff des Individualverkehrs. Die Strecke zum Händler legte es in den Anfangstagen auf eigener Achse zurück. Heute ist das anders.

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Einen Großteil ihres Wegs zum Händler legen Autos schon seit vielen Jahren auf dem Schiff zurück.
Einen Großteil ihres Wegs zum Händler legen Autos schon seit vielen Jahren auf dem Schiff zurück.
( Archiv: Vogel Business Media )

Schlamm, Staub und holprige Wege – in den frühen Jahren des Automobils waren Ausfahrten mit den noch offenen Motorkutschen ein Abenteuer. Damals galt bereits die erste Fahrt mit einem neu erworbenen Fahrzeug als Reifeprüfung, denn die Autokäufer mussten ihre Wagen meist persönlich beim Hersteller abholen. Erst der Aufbau eines Vertriebsnetzes und die wachsenden Auslieferungszahlen der beginnenden Massenmotorisierung machten ein Logistiksystem für Fahrzeugüberführungen erforderlich.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzten die großen Unternehmen dafür vor allem auf das dichte Streckennetz der Eisenbahn, manche Manufakturen engagierten allerdings auch Überführungschauffeure für Auslieferungen in die Umgebung des Werks. Erst in den „Golden Twenties“ zogen zunächst in Amerika und wenige Jahre später auch in Europa Schwärme von Lastkraftwagen aus, die Neuwagen bei den Werken abholten und an den Handel verteilten.

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Wichtigster Transportweg blieb aber vorläufig die Schiene. Dies änderte sich erst mit dem Aufbau der Autobahnnetze. Zugleich ließen immer mehr Unternehmen die Neuwagen auf dem Seeweg verschiffen, ein Ergebnis der Suche nach neuen Absatzmärkten in anderen Ländern und Kontinenten. Bis heute stehen Schienen, Straße und Wasser in ständiger Konkurrenz.

In den Nachkriegsjahrzehnten haben sich vor allem die Konstruktionskonzepte der Autotransporter geändert. So wurden die Aufbauten von Lastkraftwagen bis in 1960er-Jahre noch nicht normiert oder wenig kontrolliert. Die Ladungssicherung war oft mangelhaft, Transportschäden an Fahrzeugen gehörten zur Tagesordnung. Viele Lastwagen verfügten nur über eine offene Ladepritsche, die bisweilen auch für Kisten oder andere Fracht genutzt wurde.

Abenteuerliche Konstruktionen bei Autotransportern

Bei Autotransportern mit speziell angefertigten Aufbauten bestimmte ein regelrechter Wildwuchs an Konstruktionen die Ladefläche. So war die zweite Etage offen oder geschlossen, manchmal war sie Bestandteil des Karosseriekonzepts, in anderen Fällen nur eine abenteuerlich abgestützte Rohrkonstruktion. Auch im Eisenbahnbetrieb standen offene und geschlossene Waggontypen zur Verfügung, in der Anfangszeit sogar nur provisorisch umgebaute Güterwagen. Durchgesetzt haben sich schließlich wettergeschützte Transportwagen und –waggons mit zwei Ebenen.

Immer schon war die automobile Fracht jedoch Beschädigungsrisiken unterschiedlicher Art ausgesetzt. Bereits bei der Be- und Entladung können die Neuwagen durch Fahrfehler des Ladungspersonals beschädigt werden. Unterwegs lauern Gefahren wie Vandalismus, Steinschlag oder – während des Bahntransports – Lackschäden durch Oberleitungsabrieb.

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