Seat/Cupra 16-fache Premiere für den Hoffnungsträger Raval

Von Andreas Grimm 3 min Lesedauer

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Nach einem schwierigen, von vielen äußeren Einflüssen geprägten Jahr 2025 will die Seat S.A. nun nachhaltig in die Gewinnzone kommen. Helfen soll der Elektro-Kleinwagen Cupra Raval. Eckdaten zur Bilanz verriet Unternehmenschef Markus Haupt auf der Bilanzpressekonferenz. 

Die Verkäufe steigen, doch der Gewinn bleibt marginal: Cupra und Seat haben ein durchwachsenes Jahr 2025 bilanziert.(Bild:  Grimm/»kfz-betrieb«)
Die Verkäufe steigen, doch der Gewinn bleibt marginal: Cupra und Seat haben ein durchwachsenes Jahr 2025 bilanziert.
(Bild: Grimm/»kfz-betrieb«)

Die spanische Volkswagen-Konzerntochter hat ein Jahr zwischen Hoffen und Bangen abgeschlossen. Einerseits setzt das Unternehmen auf Wachstum mit der Marke Cupra, andererseits drücken die Kosten für den Hochlauf der Elektromobilität, aber auch ungeplante Belastungen durch die Zölle auf den in China gebauten Tavascan auf die Bilanz.

Unter dem Strich hat die Seat S.A. im Jahr 2025 einen Rekordjahresumsatz von 15,3 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das war ein Plus von 5,1 Prozent gegenüber dem Jahr 2024. Mit 586.300 Auslieferungen schaffte der Hersteller einen weiteren Bestwert. Doch unter dem Strich erreichte das Unternehmen nur mit Kostendisziplin ganz knapp in die Gewinnzone. Als operatives Ergebnis weisen die Spanier 1 Million Euro aus.

Vorstandschef Markus Haupt, der sein Amt im vergangenen Jahr von Wayne Griffiths übernommen hatte, erläuterte die verschiedenen Gründe für die marginale Umsatzrendite: „2025 war ein Jahr, das uns gefordert und gleichzeitig vorangebracht hat. Unsere gesamte Branche spürt die Auswirkungen eines wirtschaftlich wie politisch unsicheren Umfelds, deshalb kommen diese Ergebnisse für uns nicht überraschend“, sagte Haupt. Das Ergebnis stehe unter dem Eindruck des Bekenntnisses der Seat S.A. zur Elektrifizierung.

Wichtig war dem Seat-CEO zu betonen, dass das Unternehmen trotz der Schwierigkeiten im Jahresverlauf nicht an der Zukunft gespart habe. Dafür sprechen die höchsten Ausgaben in der Geschichte des Unternehmens für Forschung und Entwicklung von 1,3 Milliarden Euro. Seit dem Jahr 2020 habe Seat 6,2 Milliarden Euro investiert, um in der Elektromobilität voranzukommen und sie künftig möglichst vielen den Menschen zugänglich zu machen.

6 Prozent Umsatzrendite bis 2030

Dass die Rendite steigen muss, ist allen Handelnden klar. Im Konzernverbund will der Hersteller bis 2030 auf eine Umsatzrendite von 6 Prozent kommen, wobei Finanzchef Patrik Andreas Mayer, Vorstand für Finanzen und IT des Herstellers, überzeugt ist, dass ein wesentlicher Teil des Weges schon in diesem Jahr erfolgt. Der Plan einer steigenden Umsatzrendite fußt auf vier Maßnahmen:

  • Maximierung der Umsätze,
  • Senkung der Produktkosten,
  • Reduzierung der Fixkosten,
  • Optimierung der Investitionen.

Wesentlich zur Maximierung der Umsätze beitragen soll der Cupra Raval, der am 9. April seine Weltpremiere gleichzeitig in 16 Städten rund um den Globus haben wird. Welche das sind, verrät der Hersteller noch nicht. Im Internet kursieren Vermutungen, dass die Cupra City Garagen eine wichtige Rolle spielen werden, darunter in München und Berlin. Die Enthüllungen dürften im typischen Cupra-Stil eingebettet sein in Eventformate mit Musik und Künstlern. In die Auslieferung kommt die spanische Variante der neuen E-Kleinwagen-Familie des Konzerns (Electric Urban Car Family) dann „im Sommer“, wie es noch vage vom Hersteller heißt.

Weiter kein BEV für Seat

Weiterhin nicht von der Elektrifizierung des Kleinwagen-Segments profitieren wird die Marke Seat selbst, das machte Markus Haupt auf Nachfrage nochmals deutlich. Man sei hinsichtlich der Kosten noch nicht so weit, dass ein Seat-BEV für die preissensible Klientel wirtschaftlich sinnvoll umsetzbar sei, sagte der Vorstandschef. Das Thema werde aber weiterhin beobachtet und geprüft.

Grundsätzlich betonte Haupt jedoch die Bedeutung der Marke Seat für den Konzern, die weiterhin für einen erschwinglichen Einstieg in die automobile Mobilität stehe. „Seat bleibt essenziell für das Unternehmen“, sagte Haupt. Er betonte aber auch, dass die Elektrifizierung, für die Cupra steht und weiter stehen wird, nicht mehr nur die Zukunft darstelle, sondern bereits Teil der Gegenwart ist. Der E-Anteil am Cupra-Absatz lag zuletzt bei knapp 25 Prozent.

Die Optimierung der Investitionen betrifft unter anderem das Projekt USA. Noch unter Griffiths und zu anderen politischen Rahmenbedingungen war die Entscheidung gefallen, einen Markteintritt von Cupra auf dem US-Markt zu prüfen. Mit den Vorbereitungen beauftragt war der einstige Seat-Deutschland-Chef Bernhard Bauer. Gespräche mit der Penske Automotive Group liefen bereits, doch die Präsidentschaft von Donald Trump brachte die Pläne zum Erliegen. Eine Wiederbelebung steht derzeit nicht auf der Tagesordnung, verdeutlichte Haupt. Gestorben sei das Projekt jedoch nicht. Bernhard Bauer hat das Unternehmen aber bereits im Sommer 2025 verlassen.

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