Ralf Robert, BASF Coatings AG, berichtete am Beispiel der Lackmarke Glasurit, welchen technischen Stand die Lack- und Vormaterialien erreicht haben. Er erläuterte den Teilnehmern, wie die unterschiedlichen Lacke auf die Trockentechnologien reagieren. Demnach ließen sich alle Lacke mit jeder Technologie problemlos trocknen. Einzige Ausnahme sei die UV-Technologie. Hierbei würde das UV-Licht eine chemische Reaktion im Lack auslösen, wodurch die Bindemittel abreagierten und der Lack hart werde. Dabei seien die so genannten Schattenzonen zu beachten. „Wo kein UV-Licht hinkommt, trocknet mein Lack nicht“, sagte Robert.
Der Lackspezialist berichtete, dass sein Unternehmen bei den UV-Materialien auf die relativ ungefährliche UV-A-Strahlung in Verbindung mit einem Infrarotstrahler setze.
Armin Dürr, technischer Leiter bei Akzo Nobel und zuständig für die Marken Sikkens und Lesonal, beleuchtete, welchen Trocknungsmix die Betriebe für die heutigen Lacksysteme einsetzen könnten. Dürr bezeichnete die Infrarottrocknung im Bereich der Vorbereitungsplätze als durchaus sinnvoll. In der Kabine seien alle Trocknungsarten möglich, wobei die Infrarottrocknung hier an ihre Grenzen stieße. Hier sei auf jeden Fall die Konvektionstrocknung oder die UV-Trocknung im Vorteil. Als besondere Vorteile der UV-Trocknung bezeichnete Dürr die Tatsache, dass die Oberfläche des Fahrzeugs nicht mehr aufgeheizt werde und die geringe Trocknungszeit, die sich auf sechs bis acht Minuten für einen Trocknungsvorgang belaufe.
Laut Dürr ist es möglich und sinnvoll, verschiedene Technologien im Mix einzusetzen. So verkürzten Infrarot- und UV-Technologie die Arbeitsabläufe. Damit müsse der Betrieb allerdings auch umgehen können, um die Effizienzsteigerung wirklich zu nutzen.
Torsten Stahlberg, technischer Leiter der Spies Hecker GmbH, berichtete, dass jeder Lackierer sich während der Arbeit schützen müsse. Denn jedes Lackierverfahren und jedes Trockenverfahren bringe ein gewisses Gefährdungspotenzial mit sich. Das gelte selbstverständlich auch für den Umgang mit UV-Strahlen. Jedes entsprechende Gerät verfüge über einen diesbezüglichen Hinweis. Das Strahlenrisiko während der UV-Trocknung könne mittels der geeigneten persönlichen Schutzausrüstung minimiert werden.
Inhaber gefordert
Schließlich berichtete Frank Brestrich von der L-Tec Lacktechnik GmbH, welche Möglichkeiten der Lackierbetrieb bei einer Neuplanung bzw. einem Umbau des Betriebs hat. Er zeigte auf, wie unterschiedliche Infrarottrockner in den Betrieb integriert werden können. dabei ging er besonders auf das System Revo 180 ein. Dieser automatisierte Infrarothalbbogen könne sowohl in der Kabine als auch multifunktional auf den Vorbereitungsplätzen des Betriebs zum Einsatz kommen.
In der abschließenden Diskussion ging es vor allem um die Sauberkeit in den Lackierbetrieben, insbesondere bei den Universalvorbereitungsplätzen. Stahlberg erläuterte, dass in diesem Punkt die Betriebsinhaber besonders gefordert seien.
Das gilt künftig auch für alle anderen Bereiche des Karosserie- und Lackbetriebs. Denn nur wer seine Prozesse im Griff hat, hat seine Kosten im Griff – und das entscheidet über sein und nicht sein.
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