18. Expertenmeeting: Wer bekommt den Unfallschaden?

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Ein technisches Highlight brachte Armin Dürr, technischer Leiter bei Akzo Nobel, mit nach Würzburg. Vorweg erklärte er, dass alle Prozessoptimierungen, die sich positiv auf den Arbeitsstundenverkauf auswirken, den Werkstätten zugute kommen. Dazu gehöre auch die Lacktrocknung mittels UV-Licht. Hierdurch ließen sich die Trocknungszeiten deutlich verkürzen und die Energiekosten reduzieren. Zudem könnten die Anlagen besser genutzt und ausgelastet werden.

Er stellte eine neuartige Spritzpistole vor, die mit einer LED-Leuchtscheibe ausgestattet ist. Dadurch werde der UV-Lack während des Auftragens belichtet und somit der Trocknungsprozess ausgelöst. Wenn der Lackierer den UV-Lack schnell (in 6 Minuten) trocken haben will, so kann er mit der LED-Scheibe den Lack nachbelichten. Es besteht aber auch die Möglichkeit, den Lack nach dem Auftrag konventionell zu trocken – belichtet ist er ja dann schon. Die Scheibe enthalte 81 UV-LEDs mit einer Gesamtleistung von 400 Watt. Dürr bezeichnete die LED-Scheibe als sehr sichere Lichtquelle. Aufgrund der vielen Trocknungstechnologien, die es heute gibt – von der Konvektionstrocknung über Infrarot und UV-A bis hin zu UV-B-Strahlen – empfiehlt Dürr, den jeweiligen Betrieb genau zu analysieren. Nur so ließe sich festlegen, welche Trocknungsart oder welcher Trocknungsmix am besten für die jeweilige Anforderung sei.

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Hitzige Diskussion

Abgerundet wurde das 18. Expertenmeeting durch eine kontroverse Podiumsdiskussion mit allen Referenten und dem Präsidenten des ZKF, Friedrich Nagel. Besonders weit auseinander gingen dabei die Ansichten von Nagel und Tobias Matejek: Während Nagel die Kompetenz in der Karosserie-Instandsetzung bei seinen im ZKF organisierten Betrieben sah, bekräftigte Matejek, dass lediglich der autorisierte VW-Partner in der Lage sei, die Fahrzeuge der Wolfsburger sach- und fachgerecht instand zu setzen.

Auch Michael Reitz argumentierte in diese Richtung, während Manfred Reddig dafür plädierte, dass jeder Ford-Händler kompetenter Ansprechpartner für die Kunden sein solle und sich der Servicepartner im Bedarfsfall an einen Karosseriefachbetrieb wenden solle. Hans Jürgen Krause sah für seine Servicepartner ohnehin keine andere Möglichkeit, als die freien Betriebe als Dienstleister zu nutzen. Letztlich sahen alle Diskussionsteilnehmer durchaus Instandsetzungskompetenz beim Wettbewerb. Schließlich brachte es Friedrich Nagel auf den Punkt: „Synergien und Gemeinsamkeiten werden die prägenden Bausteine unserer Zukunft sein.“

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